Lärm: CDU setzt auf Flüsterasphalt

Wedel war an der Bundesstraße 431 erfolgreich. Bürgermeister Niels Schmidt (von rechts) und BI-Sprecher Christian Vorwerck halfen Bauhof-Mitarbeiter Thorsten Noffke symbolisch beim Montieren der Tempo-30-Schilder. Der nächste Schritt ist schon beschlossen. Tempo 30 soll auch tagsüber an der B  431gelten.
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Wedel war an der Bundesstraße 431 erfolgreich. Bürgermeister Niels Schmidt (von rechts) und BI-Sprecher Christian Vorwerck halfen Bauhof-Mitarbeiter Thorsten Noffke symbolisch beim Montieren der Tempo-30-Schilder. Der nächste Schritt ist schon beschlossen. Tempo 30 soll auch tagsüber an der B 431gelten.

Zudem soll auf den Hauptverkehrsstraßen nachts Tempo 30 gelten / Tagsüber lehnt die Partei Geschwindigkeitsreduzierung ab

shz.de von
09. September 2015, 16:45 Uhr

Der Kampf gegen den Lärm: Der Stadt Schenefeld wurde er von der EU verordnet. Seit Monaten ringen die Politiker im so genannten Lärmaktionsplan um die richtigen Schritte und Maßnahmen, um die Lärmbeeinträchtigung für Bürger im Stadtgebiet zu reduzieren. Die CDU hat ihre Prioritäten jetzt festgezurrt. Nachts soll das Tempo reduziert werden und in Zukunft soll auf auf Schenefelds Straßen Flüsterasphalt zum Einsatz kommen. Diese beiden Vorschläge werden die Christdemokraten morgen Abend – Beginn: 19.30 Uhr im Rathaus – im Stadtentwicklungsausschuss vorstellen.

Generell Tempo 30 auf Hauptstraßen – also auch tagsüber – lehnt die CDU ebenso wie die Polizei und die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein ab. „Die CDU wird dieser Aufforderung nicht folgen, weil die Begründungen sowohl der Betreiber der Buslinien M21, 602, 186, 285 und M2 stichhaltig sind und auch die Polizei mit ihrer Ablehnung des Vorhabens Recht hat“, sagt CDU-Verkehrsexperte Hans-Detlef Engel.


Bustempo nicht reduzieren


Die CDU-Fraktion vertrete die Auffassung, dass es keinen Sinn ergebe, „die durch das 200 Millionen teure Bus-Beschleunigungsprogramm in Hamburg gewonnenen Minuten, in Schenefeld wieder aufzuzehren. Wir möchten auch nicht, dass die vielen Benutzer des ÖPNV An-schlüsse verpassen, oder dass Schenefeld für die Verteuerung des Busverkehrs Zusatzkosten aufgebürdet werden“, sagt Engel. Die Polizei hatte sich gegen ein generelles Tempo-30-Gebot ausgesprochen, weil die nötigen Kontrollen zur Überwachung nicht möglich seien. Dieses zu ignorieren halte die CDU-Fraktion für kritisch, weil es sinnlos erscheint, von den Verkehrsteilnehmern nicht akzeptierte Anordnungen zu treffen, die dann noch nicht einmal kontrolliert werden können. Die CDU macht sich dafür stark, die Verkehrsaufsicht des Kreises Pinneberg zu bitten, baldmöglichst für die innerörtlichen Straßen, die bisher nachts mit 50 Stundenkilometern befahren werden durften, in der Zeit von 22 bis 6 Uhr die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer zu begrenzen.

Alle Straßensanierungen beziehungsweise Neubauten sollten zukünftig in Schenefeld mit lärmarmen Belag – dem Flüsterasphalt – ausgeführt werden. Engel: „Die CDU-Fraktion ist fest davon überzeugt, dass bei Umsetzung dieses Antrags der lärmgeplagten Bevölkerung am besten gedient ist und Schenefeld gute Chancen bei der Verkehrsaufsicht des Kreises zur Umsetzung hat.“

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