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Borstel-Hohenraden/Pinneberg : L76-Sanierung: Die Buckelpiste verärgert die Kleingärtner

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Autofahrer nutzen Schleichwege. Nachdem am derzeitigen Bauabschnitt Gas- und Stromleitungen entdeckt wurden, die nicht tief genug verlegt wurden, verzögert sich die Sanierung um weitere drei Wochen.

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erstellt am 13.Aug.2015 | 13:45 Uhr

Pinneberg | Die Sperrung aufgrund der Sanierung der Quickborner Straße, der Hauptverkehrsader in Borstel-Hohenraden, stellt die Autofahrer derzeit auf eine harte Geduldsprobe. Nachdem am derzeitigen Bauabschnitt Gas- und Stromleitungen entdeckt wurden, die nicht tief genug verlegt wurden, verzögert sich die Sanierung um weitere drei Wochen.

Offiziell wird der überörtliche Verkehr während der Sanierung in Borstel-Hohenraden über eine weitläufige Umleitung über die K21 durch Kummerfeld, weiter über die L110 durch Ellerhoop, weiter auf der L  195 durch Hemdingen und Bilsen geführt. Um nicht den Umweg über Hemdingen und Bilsen in Kauf nehmen zu müssen, nutzen viele Autofahrer Schleichwege. Angela Biermann, die Teamleiterin für den Bereich Tiefbau bei der Kreisverwaltung, hatte bereits vor dem Baustart im Juni gesagt, dass Schleichwege und Abkürzungen bei Ortskundigen beliebt seien. Wie sich das Ausweichen auf den Zustand der Straßen auswirkt, ist unter anderem am Rande des Sees an den Funktürmen in Pinneberg in Richtung Borstel-Hohenraden zu beobachten. Das Ende des Haidkamps gleicht einer Buckelpiste, die seinesgleichen sucht.

Das Problem gebe es allerdings nicht erst seit der L-76-Sanierung in Borstel-Hohenraden, sagt Willfried Eggerstedt, Rechnungsführer der Pinneberger Kleingärtner, die dort auch ihre Parzellen haben. Der Staub aus Bauschutt werde an trockenen Tagen von jedem Auto aufgewirbelt und weht dann – wenn der Wind richtig steht – rüber zu den Kleingärten. „Das stört gewaltig“, sagt Eggerstedt. Jedes weitere Auto, das dort fährt, sei eine zusätzliche Belastung für die Anwohner. Zudem seien viele Autofahrer sehr zügig unterwegs. Da die Straße außerorts liegt, dürften die Autos 100 Kilometer pro Stunde fahren. Wer das probieren will, sollte sich aber auf eine saftige Reparaturrechnung gefasst machen.

Willfried Eggerstedt, Rechnungsführer der Pinneberger Kleingärtner, klagt über die Situation. (Foto: Plock)
Willfried Eggerstedt, Rechnungsführer der Pinneberger Kleingärtner, klagt über die Situation. (Foto: Plock)
 

„Die Straße wird regelmäßig kontrolliert und sofern die Verkehrssicherheit gefährdet ist, werden Ausbesserungsarbeiten vorgenommen“, sagt Marc Trampe, Rathaussprecher in Pinneberg.

„Die Löcher werden regelmäßig mit Bauschutt aufgefüllt“, bestätigt Eggerstedt. Wie lange das dann hält? „Bis zum nächsten Regen“, schildert der Kleingärtner. „Das kostet nur Geld, bringt aber nichts“, sagt Eggerstedt. Das Thema hätten die Kleingärtner bereits mehrfach im Rathaus angebracht. Jedoch werde die Straße weiterhin immer nur provisorisch ausgebessert. „Wir werden uns die Lage angucken und gegebenenfalls handeln“, erwidert Trampe. Die Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos) stehe in Kontakt mit den Kleingärtnern.

Allerdings sei die Straße ein landwirtschaftlicher Weg und Zubringer zu den Kleingärten und dem Erholungsgebiet – und gehöre nicht zur offiziellen Umleitungsstrecke. Ob eine dauerhafte Lösung angestrebt wird – hänge auch am Geld. Und das sei knapp. Trampe: „Wir müssen Schwerpunkte bei der Erneuerung von Straßen setzen. Und es gibt andere Straßen, die eine deutlich höhere Frequenz haben.“ Wie teuer die regelmäßigen Instandsetzungen sind, wollte Trampe nicht sagen.

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