L 110-Ausbau in Ellerhoop: Bürger sind skeptisch

Rappelvoll war der Saal bei der Vorstellung der Sanierung der Barmstedter Straße.
Rappelvoll war der Saal bei der Vorstellung der Sanierung der Barmstedter Straße.

von
15. Juni 2018, 15:49 Uhr

Die anstehende Sanierung der Landesstraße 110, die Ortsdurchfahrt der Barmstedter Straße durch Ellerhoop, wirft bei den Ellerhooper Bürgern viele Fragen auf. Zu der von der Gemeinde organisierten Informationsveranstaltung erschienen vor kurzem etwa 200 Einwohner in der Gaststätte „Zur Linde“. Tim Fink von der Ingenieurgemeinschaft Reese+Wulff sowie Stefan Mengel, Joachim Hackbarth und Iris Dautwitz vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) informierten die Besucher.

Fink stellte die vier Bauabschnitte vor. Zwei würden bereits in diesem Jahr stattfinden. Die Sanierung vom Thiensener Weg bis zur Dorfstraße sei vom 10. bis 30. September, die Sanierung von der Dorfstraße bis zur Einmündung Barmstedter Straße/L195 und L195 bis über die Einmündung Schulsteig auf die gleiche Weise vom 1. bis 19. Oktober geplant, so Fink. In diesen beiden Bauabschnitten wird auch der Radweg mit saniert. 2019 folgen die nächsten beiden Abschnitte.

Die Umleitungen während der Sperrungen der Straße erläuterte Fink ebenfalls. Die Einwohner würden zudem Infozettel mit detaillierten Angaben für die Arbeiten 2018 erhalten und könnten sich auch auf der homepage www.ellerhoop.de informieren, sagte Mengel. Die anschließende Diskussion verlief lebhaft und emotional. Auf Nachfragen versicherte Hackbarth, dass während der Bauphasen Müllabfuhr und Schulbusverkehr sichergestellt seien.

Ein Anwohner sagte, dass sein Sohn im Rollstuhl sitze und jeden Morgen abgeholt werde. „Den Anliegerverkehr kriegen wir hin“, sagte Hackbarth und erntete ungläubiges Gelächter. Die Straßen seien bei der Asphaltierung lediglich zwei Tage für Anlieger nicht befahrbar. Etliche Nebenstraßen, sagte Dautwitz auf Anfrage, seien nur für Anlieger freigegeben. Viele Autofahrer, meinten Anwohner, würden sich aber von Schildern oder Absperrungen nicht aufhalten lassen und die Straßen zudem kaputtfahren. Sabine Preuß vom Ordnungsamt des Amts Rantzau beschwichtigte: „Die Firmen vom Landesbetrieb sind immer ansprechbar und helfen auch“, sagte sie. Jeder müsse in solchen Situationen Verständnis aufbringen, und im Notfall könne man beim Amt Rantzau anrufen, das Dinge richtigstellen würde. Für den Beitrag erhielt sie Beifall aus der Zuhörermenge.

Anwohner Karl-Ernst Bürkner warf den Planern vor, den alten Unterbau der Straße nicht zu erneuern, wie es beim Ausbau der Straße Richtung Bevern erfolgt sei. „Die giftige Schicht soll bleiben. Die Straße hat durch den schlechten Unterbau Risse, in die das Regenwasser eindringt. Wir haben hier viel Brunnenversorgung, wie planen Sie eigentlich?“ rief er und bat die Verantwortlichen um einen Ortstermin, den diese annahmen. Die Besucher sprachen sich mit großer Mehrheit für die Asphaltierung des Radwegs aus. Geplant war eine wassergebundene Schicht. „Solche Wege sind rutschig und löchrig“, waren Argumente der Ellerhooper. Die Anregung nahm der Landesbetrieb mit.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen