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Kreisverkehrsgesellschaft in Pinneberg : Kvip fährt ab Juni mit neuem Elektrobus

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der ÖPNV im Kreis Pinneberg wird leise. Nach zweijähriger Testphase nimmt ein Elektrofahrzeug den regulären Linienbetrieb auf. Weitere Wagen sollen folgen.

shz.de von
erstellt am 30.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Uetersen | Die Kreisverkehrsgesellschaft in Pinneberg (Kvip) schickt Mitte Juni einen neuen Elektrobus auf Linienfahrt. Vertreter des Unternehmens, dessen Kooperationspartner und Landrat Oliver Stolz präsentierten den Bus des chinesischen Herstellers Tewoo am Dienstag auf dem Betriebshof in Uetersen. Die Kvip treibt damit ein europaweit beachtetes Pilotprojekt voran.

Ab Juni können auch Kunden regelmäßig erleben, wie es sich anfühlt, mit einem reinen Elektrobus unterwegs zu sein. Das 2012 in Dienst gestellte Vorgängermodell ist zwar auch im Linienbetrieb unterwegs gewesen. „Die Technik war aber sehr störungsanfällig. Der Wagen ist häufig ausgefallen“, sagte Thorsten Ziehm, Projektleiter E-Mobilität bei der Kvip. Die schlechte Qualität der Ausstattung nennen die Kvip-Leute mit einem Augenzwinkern „hohe Fertigungstoleranzen des Herstellers“. Außerdem habe der Bus zu Präsentationszwecken häufig bei anderen Verkehrsbetrieben gestanden.

Die Mängel des Testmodells sollen behoben sein. „Tewoo hat in kürzester Zeit ein neues Fahrzeug entwickelt“, sagte Kvip-Geschäftsführer Hans-Jürgen Lamla. Der Bus, welcher wegen Lieferschwierigkeiten statt Ende 2013 erst jetzt gebracht wurde, kostet 450.000 Euro. Er ist damit etwa 200.000 Euro teurer als ein Dieselfahrzeug vergleichbarer Größe. Der Elektrobus wird jedoch geleast. Deswegen hat die Kvip mit der Prignitzer Leasing AG aus Putlitz (Kreis Prignitz in Brandenburg), unter anderem spezialisiert auf die Vermietung von Zügen und Bussen im öffentlichen Nahverkehr, einen Vierjahresvertrag geschlossen. Die Gebühr beträgt etwa 5800 Euro pro Monat.

Die Prignitzer Leasing AG hat den Bus von Eurabus gekauft. Das Unternehmen rüstet die Wagen der Chinesen für den europäischen Markt aus. Das Modell, welches die Kvip seit Herbst 2012 testete, hat Eurabus inzwischen nach Stockholm verkauft.

„Mit seinen Batterien gehört der neue Bus zu den leistungsstärksten weltweit“, sagte Lamla. Der 314-Kilowatt-Akku reiche für etwa 250 Kilometer – und damit für eine komplette Tagestour. So könne der Bus auf allen Linien eingesetzt werden. Auf der Straße ist er kaum zu hören. Sicherheitsbedenken hat Lamla aber nicht: „Die Abrollgeräusche und die Hydraulik sind laut genug, dass man den Wagen wahrnehmen kann.

Wird die Leasingphase ein Erfolg, will Lamla Schritt für Schritt die gesamte Flotte von mehr als 30 Bussen rein elektrisch fahren zu lassen. „Der chinesische Staat forciert die Umstellung auf Elektrobusse massiv. Damit werden sie leistungsfähiger und billiger“, sagte Lamla.

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