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Pinneberger Tageblatt

11. Dezember 2017 | 05:45 Uhr

Pinneberg : Kunstwerke für Augen und Ohren

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Ausstellung „Sounding Pictures“ in der Drostei eröffnet. Aquarelle, Grafiken und Objekte werden mit Flötenmusik kombiniert.

shz.de von
erstellt am 27.Sep.2014 | 16:32 Uhr

Pinneberg | Großformatige Aquarelle von Hildegard Elma, dazu Grafik, Objekte und einige Bilder von Edwin Zaft, und das alles den eigenwilligen Kompositionen des Flötisten Helmut Erdmann gegenübergestellt. Das ist das ungewöhnliche Rezept von „Sounding Pictures“, der jüngsten Ausstellung in der Drostei. Zu sehen und zugleich zu hören bis Sonntag, 16. November, und zwar mittwochs bis sonntags von 11 bis 17 Uhr. Eintrittspreis drei Euro, ermäßigt 1,50 Euro.

Etwa 50 Kunstliebhaber kamen zur Vernissage. Was sie erlebten, war nicht nur eine Herausforderung an die Sinne. Das Verstehen brauchte viel Zeit, und so waren manche Besucher noch Stunden nach dem offiziellen Ende der Feierstunde in dem ehrwürdigen Barockbau unterwegs, um sich mit einzelnen Aspekten der Schau auseinanderzusetzen. Sie habe sich eine solche interdisziplinäre Veranstaltung, die Synergien zwischen aktueller Kunst und zeitgenössischer Musik stifte, schon lange gewünscht, eröffnete Stefanie Fricke den Gästen in ihrer Begrüßung.

Es gehe um eine sinnlich lebendige Beschäftigung mit Farbe und Lineatur, um Fragen nach rhythmischer Proportion, nach Klang und Intensität, ergänzte die künstlerische Leiterin des Hauses.Das sei für einen ersten Eindruck ein großer Brocken, fand Burkhard Tiemann. Und so verlor er keine Zeit, den Besuchern häufiges Wiederkommen zu empfehlen. Die Kunst brauche eine solche fortlaufende Auseinandersetzung, denn sie selbst sei auf ewig unvollendet und ein steter Prozess der Weiterentwicklung.

Das habe sie im Übrigen mit der Demokratie gemeinsam, schlug der Kreispräsident den Bogen zum gesellschaftspolitischen Alltag. Den Festvortrag hielt ein alter Bekannter. Kulturmanager Stefan Dupke, der lange Zeit für die Kunst in der Drostei im Einsatz war. Sorgfältig nahm er die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der drei am Projekt beteiligten Künstler unter die Lupe, analysierte die großformatigen, oft nur einfarbigen, geometrisch aufgebauten Aquarelle von Hildegard Elma mit ihrer Dramatik aus Verdichtung und Verdünnung, setzte sich mit den eigenwilligen grafischen Klangübertragungen auseinander, die sich unter Zafts Exponaten befanden, und hielt dem schließlich die Zeichnungen des Komponisten Erdmann gegenüber, keine Kunstwerke an sich, sondern Kommunikationsmittel. Sie ersetzen oder ergänzen als Partituren seiner Kompositionen herkömmliche Notenschrift.

Erdmann, der auch als Flötist einen großen Namen hat, brachte dazu mehrere Beispiele aus seinem umfänglichen Werk zu Gehör. Nicht zuletzt lud ein Ausstellungsraum im Dachgeschoss zum Verweilen ein, in dem eine Installation das Zusammenspiel von Klang und Grafik verdeutlichte.

Zum Schluss stellte Fricke noch die neue Jahreskarte der Drostei vor. Für zehn Euro kann man damit im Kreiskulturzentrum zwölf Monate lang beliebig vorbeischauen.

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