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Pinneberger Tageblatt

18. August 2017 | 05:33 Uhr

Kunstwerke aus rostenden Autotüren

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Portrait Im Schenefelder Atelier schafft die Pinnebergerin Anja Badners abstrakte Werke aus Metall und verweist damit auf die Vergänglichkeit

Ihre Werke hängen an den Wänden des lichtdurchfluteten Ateliers. Einige der Bilder sind klein und eingerahmt, andere groß und schwer. Und manchmal besteht ein einziges Werk aus zwei Leinwänden. Die Künstlerin Anja Badners verarbeitet rostendes Metall in Leinwände und hat damit einen eigenen Stil entwickelt.

Seit fast einem Jahr arbeitet sie in ihrem Atelier im Uetersener Weg in Schenefeld. An den Raum kam die Künstlerin über eine Bekannte. „Mir gefällt es, dass dieser Ort so ruhig ist und ich mich hier durch die räumliche Trennung ganz auf die Kunst konzentrieren kann“, beschreibt Badners ihren Arbeitsplatz.

Im Jahr 2012 entstand ihr erstes Bild mit rostendem Metall. Das Rosten stehe symbolisch für natürliche Prozesse. „Das Verfahren kann nicht rückgängig gemacht werden. Es entwickelt sich weiter und hat dadurch eine lebendige Wirkung“, sagt die Pinnebergerin. Beim Rosten entstehen Strukturen, die Badners interessieren. „Mit meinen Bildern möchte ich Verfall und Vergänglichkeit zeigen.“

Etwa 50 Jahre alt sind die Verkleidungen von Autotüren, die sie dafür verwendet. Manchmal sind Herkunft und frühere Funktion der Metallteile bekannt. Doch auch auch Fundstücke, deren Herkunft, Geschichte und Bedeutung unklar sind, verarbeitet sie weiter. Immer wurden die Materialien einst von Menschenhand geschaffen und haben nun diese Funktion verloren. Beim Spazierengehen halte Badners immer die Augen offen und stoße auch dabei manchmal auf reizende Fundstücke. „Ein Teil ungeplant zu finden, ist immer am Schönsten“, sagt die 42-Jährige.

Besonders wichtig ist es der Künstlerin, neue Techniken auszuprobieren und zu experimentieren. „Die Bildentstehung ist jedes Mal ein neuer Prozess. Ich lege eine Grundstruktur an und habe eine Vorstellung vom späteren Bild, aber bei der Arbeit entwickelt es sich oft noch weiter.“ Aufgrund der langen Trocknungszeiten arbeitet sie meistens an zwei oder drei Werken parallel. Schicht für Schicht baut die Kreative das Bild auf und schraubt die Metallteile oft zum Test heran, bevor sie das Werk für fertig erklärt. Die gedeckten und natürlichen Farben sollen die Bildaussage und das Rosten unterstreichen. Die verschiedenen Schichten und Farbigkeiten beeinflussen sich dabei gegenseitig.

Den Betrachter möchte die Künstlerin, die an der AMD Akademie Mode Design in Hamburg studierte, in seinen Assoziationen nicht einschränken. „Jeder betrachtet die Bilder mit seinen eigenen Erfahrungen und Interessen anders“, erläutert Badners. Auch die figürliche Malerei sowie die Aktmalerei nutze sie als Ausdrucksmittel. Dieses Jahr sei der Besuch von zwei Sommerakademien in Planung. Im Herbst wird sie mit zwei weiteren Künstlerinnen ihre Arbeiten im Torhaus Wellingsbüttel in Hamburg ausstellen. „Die Kunst ist meine Leidenschaft. Ich male und zeichne seit meiner Kindheit“, sagt Badners.

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