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Seine Figuren haben Charakter : Kunstkreis Schenefeld präsentiert Ellerbeker Künstler

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Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Kunstkreis Schenefeld präsentiert den Ellerbeker Künstler Peer Oliver Nau mit seinen Holzarbeiten im Rathaus.

shz.de von
erstellt am 31.Mär.2015 | 16:00 Uhr

Schenefeld | Ballettfrauen, Divenköpfe und jede Menge Schwäne: Der Bildhauer Peer Oliver Nau hat seine filigranen Skulpturen aus verschiedenen Holzarten erschaffen. Sie betonen häufig die sensiblen Seiten des Lebens: Peinlichkeit, Empfindsamkeit und Angst. Insgesamt 25 Objekte des Künstlers sind bis zum 12. April im Schenefelder Rathaus zu besichtigen. Der Titel der Ausstellung des Kunstkreises Schenefeld lautet: „Gepettos Werkstatt – Karikaturen in Holz – Holzbildhauerei.“

„Wir freuen uns, dass wir Sie für diese Ausstellung gewinnen konnten“, sagte der stellvertretende Kunstkreisvorsitzende Michael Behrens, bei der Vernissage. Der Künstler Nau ist in diesem Jahr unter anderem auf der NordArt vertreten. Einige der dort präsentierten ästhetischen Schwäne sind bereits im Rathaus zu sehen. Die Kunstkreismitglieder planten ursprünglich, die Vögel an der Decke zu befestigen. Doch nach der Auskunft der Stadtverwaltung – „der Decke sei nicht zu trauen“ – nahmen die ambitionierten Kunstfreunde Abstand von ihrem Plan.

Nau kommt aus Ellerbek. Er absolvierte sein Kunststudium an der Bauhausuniversität in Weimar, der Minneapolis-Hochschule für Kunst und Design, USA, sowie der Hochschule Zwickau. In früheren Jahren spielte der studierte Sportwissenschaftler Volleyball in der Regionalliga und fungierte als Co-Trainer in der Bundesliga.

Der Künstler fasziniert im Zuge der Ausstellung mit detailliert verzierten Frauenköpfen und anatomisch exakt kreierten Tieren wie Zebra und Löwe. Besucher der Ausstellung – wie Kreispräsident Burkhard Tiemann und die Kreiskulturverbandsvorsitzende Elke Ferro-Goldstein – wussten es bereits: Nau schafft die mit der Kettensäge produzierten Objekte mit Leidenschaft. Sie verleiten zum Nachdenken.

„Der Moment des Lebendigwerdens“

Warum der Titel „Gepettos Werkstatt“? „Der Moment des Lebendigwerdens“ reizte den Vater einer Tochter am Pinocchio-Schnitzer Gepetto. Es geht dem Bildhauer beim Erschaffen seiner Skulpturen „nicht nur um das schöne, sondern vor allem um das charakterstarke Gesicht“. „Merkt man, eine Figur hat Charakter, kann man sie nicht einfach so weglegen“, sagt Nau. Ziehe man die Skulptur in „das irdische Leben“ hinein, entstehe häufig ein magischer Moment.

Musiker Mario Schramm bereicherte die Vernissage mit einem Hornluren-Stück. Das Instrument stammt aus der Bronzezeit. Viel Applaus gab es, als Nau selbst zur Lure griff und spielte. Nachdem die machtvollen Klänge verstummten, war die Schau offiziell eröffnet.

Die Ausstellung ist montags bis sonnabends von 15 bis 17 Uhr, donnerstags von 10 bis 12 Uhr und Sonntag von 11 bis 13 Uhr geöffnet.
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