Kummerfelds Kulturpäpstin

Heidi Guhr mit Plakaten der vergangenen und der nächsten Veranstaltung vom KuKuK.
Heidi Guhr mit Plakaten der vergangenen und der nächsten Veranstaltung vom KuKuK.

Mit dem Arbeitskreis KuKuK organisiert Heidi Guhr seit Jahren vielfältige Veranstaltungen in ihrem Heimatdorf

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02. Februar 2018, 16:00 Uhr

Als Vorsitzende des Kummerfelder Kulturkreises, kurz KuKuK, organisiert Heidi Guhr seit viereinhalb Jahren vielfältige Veranstaltungen in Kummerfeld. Im Freitagsgespräch berichtet sie von der Arbeit mit der Gemeinde, Veranstaltungen, auf die sie besonders stolz ist und Aktionen, von denen sie träumt. Außerdem begrüßt Guhr die Möglichkeit einer weiteren kulturschaffenden Instanz in der Gemeinde.

KuKuK ist kein Verein, sondern ein im Auftrag der Gemeinde arbeitender Arbeitskreis. Ursprünglich sei es von der Politik so gedacht gewesen, dass von allen Institutionen und Verbänden im Ort ein Vertreter im Arbeitskreis teilnimmt, berichtet Guhr. So wollte man die Kräfte der Gemeinde bündeln. „Das ist inzwischen aber nur noch in der Theorie der Fall“, berichtet Guhr. Für die Vertreter war es das zweite Ehrenamt und sie kamen immer seltener zu den Treffen. Aktiv seien noch Mitglieder der Feuerwehr, CDU, SPD, des Sportvereins, des Schulelternbeirats, der Kirche und Gemeindearbeiter bei den Treffen – und Bürgermeisterin Erika Koll (SPD). Allein in der ersten Jahreshälfte 2018 hat die Truppe um Guhr bereits sieben Veranstaltungen angekündigt, zwei weitere sind in Planung. Sicher ist bereits das Kommen des bekannten „Russendisko“-Autoren Wladimir Kaminer am 17. Mai im Lindwurm. „Dass wir ihn nach Kummerfeld bekommen haben, darauf bin ich stolz“, sagt Guhr.

Was sie und ihre Mitstreiter auf die Beine stellen, ist auch eine Leistung: Sie kommen mit einem der Gemeinde zwar angemessenen, aber dennoch eher beschaulichen Etat aus: 2600 Euro bekam KuKuK als Startkapital jährlich zur Verfügung. „Das reichte, um die erste Veranstaltung zu organisieren. Mit der erzielen wir Einnahmen und den Rest des Jahres trägt es sich dann selbst“, erläutert Guhr. Deswegen seien auch immer wieder Veranstaltungen, gerade für Kinder, kostenfrei. „Was wir nicht ausgeben am Jahresende fließt in den Haushalt zurück“, sagt sie. „Und oft haben wir am Jahresende ein Plus gemacht. Ich schätze, dass wir 700 bis 800 Euro jährlich wieder in den Gemeindehaushalt einspeisen können.“ Schön fände es Guhr aber dennoch, wenn die Überschüsse für das Folgejahr übertragbar wären: „Dann könnten wir nach einem erfolgreichen Jahr auch mal auf einen etwas teureren Künstler sparen“, sagt sie.

Seit diesem Jahr ist der Etat allerdings auf 3000 Euro aufgestockt worden. Grund ist laut Guhr der Antrag von vier Kummerfelder Bürgern, in der Alten Schule ein Kulturcafé zu eröffnen – sollte das gelingen müssten sich beide Institutionen dann den Zuschuss teilen. Guhr steht dem Kulturnachwuchs dennoch positiv gegenüber: „Als Konkurrenz sehe ich das nicht“, sagt sie. Sie sieht es als Bereicherung. Dazu hat sie auch allen Grund, denn die vier Kummerfelder hatten in ihrem Nutzungskonzept angekündigt, ihren Veranstaltungsraum mit professioneller Bühne auch heimischen Vereinen und Verbänden zur Mitnutzung anzubieten. Und an Räumen mangele es in der Gemeinde: „Wir haben nur noch den Lindwurm, die Turnhalle und das Sportlerheim am TuS“, erläutert Guhr. Im Winter sei der Lindwurm aber recht teuer. Im Sommer, wenn nicht geheizt werden müsse, sei es günstiger. Musikveranstaltungen seien nur im Sommer auf Hof Wiedwisch möglich. Das Sportlerheim habe Platz für höchstens 100 Besucher und sei nur freitags – wenn der HSV nicht spiele – zu bekommen. Die Turnhalle sei nur für eine bestimmte Art von Veranstaltungen geeignet – schon allein weil keine Schuhe getragen werden dürfen.

Guhr macht ihre Aufgabe trotz dieser Einschränkungen großen Spaß: „Es ist toll, wie viele tolle Künstler ich hier kennenlerne“, sagt sie. Sie ginge mit offenen Ohren durch die Welt, und wenn ihr ein Künstler auffiele, spreche sie ihn einfach an. Anerkennung bekommt sie dafür: Bürgermeisterin Koll hat Guhr beim NDR 90,3 Radio als Schleswig-Holsteinerin des Jahres vorgeschlagen und sie wurde direkt mit einem Radiointerview gekührt.

Und wovon träumt Guhr? Gern würde sie die Veranstaltung „Hamburg singt“, eine Art Massenkaraoke, in Kummerfeld organisieren. „Und einen Kummerfelder Kulturtag, an dem an verschiedenen Standorten viel geboten wird“, sagt sie. Grundsätzlich sei das Angebot rund um Pinneberg grandios: „Es wird so viel geboten, so viel Zeit haben die Leute gar nicht. Allein was Meike Ruhe jetzt mit ihrem Chor in der Osterkirche auf die Beine gestellt hat mit dem Epiphaniaskonzert – da muss man nicht mal mehr in die Elphi gehen.“

Nächste Woche: Elke Gers-Berlag, Kummerfelds Flüchtlingskoordinatorin.

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