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Pinneberger Tageblatt

18. Oktober 2017 | 19:32 Uhr

Jetzt doch : Kummerfeld bekommt einen Ruheforst

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die CDU stimmt in der Gemeindevertretung zwar gegen die Einrichtung - die SPD ist aber dafür.

shz.de von
erstellt am 13.Dez.2016 | 16:30 Uhr

Kummerfeld | Die Gemeinde Kummerfeld wird den geplanten Ruheforst einrichten. Allerdings sorgte das Thema in der Gemeindevertretung für Streit. Sieben Ja-Stimmen der SPD standen zwei Nein-Stimmen und drei Enthaltungen der CDU gegenüber. Bereits bei der Verabschiedung der Gebührenordnung für den Ruheforst waren die Fronten verhärtet. Die Gemeindevertreter stimmten zunächst im öffentlichen Teil über die Gebührenordnung ab. Im späteren nicht-öffentlichen Teil wurde schließlich darüber beraten, ob ein Ruheforst überhaupt eingerichtet werden sollte.

„Wir haben heute die Beratungsrunden neun und zehn zu diesem Thema“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Uwe Hanspach sichtlich genervt. Seit Ende 2013 werde über den Ruheforst beraten. „Bis Mai dieses Jahres waren alle Beschlüsse einstimmig“, kritisierte er die Blockadepolitik der CDU. „Die CDU Kummerfeld lehnt die Übernahme der Trägerschaft durch die Gemeinde für einen Ruheforst im Kummerfelder Gehege kategorisch ab“, hatten die Christdemokraten vor der Beratung auf ihrer Internetseite verkündet. Dort wurden zehn Gründe für die Ablehnung veröffentlicht.

„Es ist traurig, dass die CDU-Vertreter nicht teilgenommen haben und auch nicht abgesagt haben, obwohl wir auf sie gewartet haben“, sagte Hanspach zu einem Termin mit Bürgermeisterin Erika Koll (SPD), in dem über den Ruheforst diskutiert wurde. Hanspach versuchte, alle Argumente zu entkräften. So würde die Kirche das Projekt weiter unterstützen, eine Umweltverträglichkeitsstudie beweisen, dass das Einbringen der Asche keine Gefahr darstelle und auch kein wirtschaftliches Risiko bestehe, da der Landesforst Schleswig-Holstein Betreiber des Ruheforsts wäre.

CDU schlägt Friedhof-Marketing vor

Die Forderung von Burkhard Tiemann (CDU) nach einem Marketingkonzept für den bestehenden Friedhof kommentierte Hanspach süffisant: „Die Kirche informiert sehr ausführlich auf ihrer Webseite. Ich weiß nicht, was wir noch an Marketing machen sollen. Eine Tournee durch die Altenheime oder einen Tag des offenen Grabes?“ Er stellte klar: „Mit Ihren Gründen können Sie uns nicht überzeugen. Das ist eine Sammlung von Halbwahrheiten, nicht nachvollziehbaren Behauptungen und Unterstellungen.“

„Unsere Liste enthält Bedenken und Risiken“, verteidigte Tempelmann die Veröffentlichung. Er warnte vor dem zunehmenden Verkehrsaufkommen, das bereits durch den Hundeplatz gestiegen sei und sich weiter erhöhen könne. „Zudem sehe ich nicht, dass wir bei den Ausgaben etwas einnehmen“, so Tempelmann. Auch die Informationen des Landesforsts, dass im Normalfall mit maximal acht Teilnehmern bei Trauerfeiern zu rechnen sei, konnte die CDU nicht umstimmen. „Ich sehe einen wunderschönen Wald. Ich gehe dort selbst joggen und laufen. Warum opfern wir diesen schönen Wald?“, fragte Tempelmann. Die Gebührenordnung wurde mit sieben Ja-Stimmen der SPD sowie fünf Enthaltungen der CDU angenommen.

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