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Pinneberger Tageblatt

17. August 2017 | 12:01 Uhr

Tangstedt : Kulturtreff: So schmeckt Syrien

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Flüchtlinge kochen im neuen Tangstedter Kulturtreff Spezialitäten aus ihrer Heimat

Tamgstedt | „Um 13 Uhr haben wir angefangen“, sagt Aala Ezere. „Und bis eben gekocht“. Ein wenig aufgeregt wirkt die junge Syrerin am Mittwochabend, als sie die Gäste im Tangstedter Gemeindezentrum empfängt. Mit zwölf weiteren Flüchtlingen ist sie vor mehr als einem Monat in Deutschland angekommen und in Tangstedt gelandet.

„Wir sind mit 200 Leuten auf einem Schiff gekommen“, berichtet Ezere von ihrer Reise. Gemeinsam mit ihrer Tante und dem 17-jährigen Bruder Isaac war sie den gefährlichen Weg gegangen. Am Mittwochabend aber sind die Strapazen der Flucht vergessen. Aala Ezere möchte sich bedanken bei den ehrenamtlichen Helfern, die sie so freundlich in der Gemeinde aufgenommen haben. „Deshalb habe ich syrische Spezialitäten zubereitet“, so die 28-Jährige. Herzhafte Gebäckvariationen, Salat und Milchpudding – etwa sechs Stunden haben sie und ihr Bruder dafür in der Küche des Gemeindehauses im Brummerackerweg gestanden.

„Sabine hat uns viel geholfen“, sagt Ezere. „Ich war eher Handlanger, habe beim Geschirrspülen mti angepackt“, sagt Sabine Sommerfeld (kleines Foto), die sich mit anderen Helfern um die Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge kümmert. Jede Woche soll nun ein solcher Kulturtreff stattfinden. „Beim Programm sind wir flexibel – vergangene Woche haben wir alle gemeinsam Uno gespielt“, sagt Sommerfeld und lacht. Einige sind der Einladung gefolgt – am späteren Abend stattet auch Bürgermeister Detlef Goos der Runde noch einen Besuch ab. Aber auch einige Nachbarn kommen vorbei. „Vor Kurzem haben wir gemeinsam ein Willkommensfest gefeiert“, sagt Nachbarin Susan Plocharska. Mit dem Smartphoneprogramm Whatsapp verabredet sie sich mit den Asylbewerbern gern zu spontanen Deutschstunden. „Wenn meine Kinder schlafen, frage ich, ob wir kurz ein paar Vokabeln büffeln wollen“, sagt sie.

„Ein wirklich gelungener Abend“, zieht Sommerfeld Bilanz. Auch Ludger Fischer vom Diakonieverein Migration ist ins Gemeindezentrum gekommen. Im Gepäck hat er Informationsbroschüren. „Wir wollen unsere Hilfe und Unterstützung anbieten“, erklärt er. „Für die Flüchtlinge, aber auch für die Ehrenamtlichen, die selbst Unterstützung brauchen.“

Die Flüchtlinge sind inzwischen in Wohnungen untergebracht. „Und viele Menschen haben uns schon mit Sachspenden unter die Arme gegriffen. Einiges können wir aber immer noch gebrauchen“, sagt Sommerfeld. Jetzt, zu Beginn der kalten Jahreszeit, würden etwa Winterjacken benötigt.

Noch lange sitzen die Gäste an diesem Abend zusammen. „Wir würden uns wünschen, dass viele Tangstedter den Weg zum Kulturtreff finden“, so Sommerfeld. Einen gelungenen Auftakt gab es schon heute.

Nachbarn und Neuankömmlinge treffen sich immer mittwochs ab 19 Uhr im Gemeindezentrum am Brummerackerweg. Wer für die Flüchtlinge Geld spenden möchte, kann das auf folgendes Konto tun: Spendenkonto Amt Pinnau, Kontonummer: 55700180, BLZ 22191405, VR Bank, Vermerk „Spende Asylbewerber Tangstedt“.
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erstellt am 08.Nov.2014 | 10:00 Uhr

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