Die „Appen musiziert“-Stars im Interview : Kultband Torfrock: „Norddeutsche sind nicht so dröge“

Torfrock: Reimund Voß (l.) und Klaus Büchner haben die Band 1977 gegründet.
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Torfrock: Reimund Voß (l.) und Klaus Büchner haben die Band 1977 gegründet.

Heute kommt Sänger Klaus Büchner von der schleswig-holsteinischen Rockband Torfrock zu Wort.

shz.de von
08. Juli 2015, 10:00 Uhr

Appen | Torfrock ist Kult. Wie beliebt die Band ist, zeigte unser Online-Voting, bei dem die Künstler bestimmt wurden, die das Publikum am Sonntag, 20. September, bei „Appen musiziert“ sehen und hören will. Ganz vorn lag - Torfrock. Deshalb dürfen die Rocker bei der letzten Auflage der Benefiz-Gala zu Gunsten schwerstkranker Kinder natürlich nicht fehlen. Im Interview spricht Torfrock-Sänger Klaus Büchner unter anderem über gekenterte Kanus und räumt mit alten Wikingerlegenden auf.

Was dürfen die Besucher in Appen von Torfrock erwarten?
Wie immer Partystimmung, torfigen Rock und gutes Handwerk. Es gibt uns ja inzwischen seit 38 Jahren. Da passieren natürlich nicht mehr so viele Fehler. Es freut uns, dass wir zu den Bands gehören, die die Menschen in Appen noch einmal auf der Bühne sehen wollen. Wir werden alles geben, um den Vorschusslorbeeren gerecht zu werden und dabei sicherlich auch selbst eine Menge Spaß haben.

Wieso ist es Ihnen wichtig, „Appen musiziert“ zu unterstützen?
Ich bin zwar kein Sozialarbeiter, aber meine Frau war viele Jahre bei der Drogenberatung in Hamburg tätig und hat dabei auch die Kinder von Drogenabhängigen betreut. Nicht nur deshalb weiß ich, wie wichtig es ist, Kindern zu helfen. Daher treten wir gern bei „Appen musiziert“ auf.

Sie unterstützen die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Wieso gerade diese Organisation?
Die DGzRS ist schließlich auf Spenden angewiesen und uns liegt es am Herzen, deren wichtige Arbeit zu unterstützen. Man kann ja leider nicht die ganze Welt retten, aber da wir Norddeutsche sind und am Wasser leben, setzen wir uns für die Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger ein. Dazu kommt: Raymond und ich sind selbst einmal mit einem Kanu gekentert.

Sie gelten als die typischen Norddeutschen. Wieso ist der Norden so cool?
Es gibt bestimmt ganz viele andere Regionen, die ebenfalls cool sind. Aber hier ist meine Heimat, zu der ich ein inniges Verhältnis habe. Ich finde die Art der Menschen einfach gut. Sie sind sehr tolerant. Außerdem sind die Norddeutschen längst nicht so dröge, wie ihnen immer angedichtet wird.

Bei Torfrock-Konzerten herrscht immer Partystimmung. Sind Sie selbst auch der Partytyp?
Ich wohne auf dem Land und wenn dort die Nachbarn feiern, bin ich natürlich dabei. Aber auf einen Partymarathon verzichte ich mit 67 Jahren inzwischen doch lieber. Ich lasse es auch gern mal etwas ruhiger angehen. So genieße ich zum Beispiel die Spaziergänge mit meinem Hund. Die halten fit und bringen Spaß.

Wenn Torfrock auftritt, bleibt kein Auge trocken. Und das bereits seit 1977. Damals gründeten Klaus Büchner und Raymond Voß die Band. Aus einer Idee Büchners, Songs von Jimi Hendrix mit plattdeutschen Texten vorzutragen, entwickelte sich der Plan, eine Gruppe zu gründen, die für Rock und Humor steht. Ebenfalls Teil des Konzepts waren alltägliche Geschichten aus dem „typisch norddeutschen“ fiktiven Dorf Torfmoorholm und über die Wikinger-Zeit. Das kam an und wurde Kult.

Eine der Figuren in vielen Torfrock-Songs ist „Rollo der Wikinger“. Wie ist „Rollo“ entstanden?
Ich habe lange in Schleswig gewohnt, wo das Wikingerdorf Haithabu ausgegraben wurde, und bin außerdem ein großer Geschichts-Fan. Deshalb habe ich etwas über diese Zeit geschrieben. Mit den historischen Fakten hat das allerdings nur wenig zu tun. So dürften die wenigsten wissen, dass Wikinger nie Hörner am Helm getragen haben. Das ist nur eine Legende, die Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden ist.

Torfrock begeistern verschiedene Generationen. Woran liegt das?
Wenn ich das wüsste. Ich registriere das einfach und freue mich darüber. Ein bestimmtes Erfolgsrezept haben wir jedenfalls nicht. Wir sind stolz darauf, dass uns viele sogar als Kultgruppe bezeichnen. Warum das so ist, können unsere Fans besser beurteilen als wir selbst. Wir arbeiten einfach nur hart und haben dabei riesigen Spaß. Das kommt offenbar an. Dass selbst junge Leute unsere alten Songs mitsingen, ist toll. Zum Entspannen auf dem Sofa eignet sich unsere Musik allerdings nicht unbedingt. Wir sind eine typische Konzertband.

Gibt es Auftritte, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben sind?
Ich könnte aus dem Kopf gar nicht sagen, wo wir in 38 Jahren überall gespielt haben. Da für uns jeder Auftritt ein Höhepunkt ist, sticht auch kein Konzert besonders heraus.

Die Bagaluten-Wiehnacht ist seit 26 Jahren erfolgreich. Woran liegt das?
Sie kommt einfach an. Die Leute haben riesigen Spaß, verkleiden sich und feiern. Wir selbst ziehen allerdings nur an, was uns gefällt. Was ich auf der Bühne anhabe, trage ich manchmal sogar bei der Gartenarbeit. Mit Glamour-Rock und aufwendigen Bühnenbildern kann ich nichts anfangen.

Karten für „Appen musiziert“ gibt es im Ticket-Center des A. Beig-Verlags in Pinneberg, Damm 9-19, sowie in den Geschäftsstellen in Elmshorn, Schulstraße 62-66, in Wedel, Bahnhofstraße 65, in Quickborn, Kieler Straße 80, sowie in Barmstedt, Reichenstraße 17. Telefonische Vorbestellungen sind unter 04101-5356233 möglich. Die Tickets kosten 15 Euro. Weitere Vorverkaufsstellen sind: Marens LaDiDa, Hauptstraße 24 in Appen, Edeka Jensen, August-Christen-Straße 6 in Barmstedt, Edeka Appel, Waldhof 3 in Ellerbek, Theaterkasse Konzert und Event, Kirchenstraße 8 in Elmshorn, Edeka Böge, Hauptstraße 37-43 in Halstenbek, Theaterkasse Moorrege, Wedeler Chaussee 26 in Moorrege, Edeka Bert Meyer, Dingstätte 5 und Saarlandstraße 65 in Pinneberg, Edeka Böge, Nienhöfener Straße 19a in Pinneberg, Marktkauf, Peiner Hag 1 in Prisdorf, Edeka Appel, Krupunder 2 in Rellingen, Edeka Böge, Hauptstraße 39 in Rellingen, Edeka Ermeling, Gerberstraße 1 in Uetersen, Edeka Jensen, Am Marienhof 3 in Wedel, Edeka Paulsen, Im Sande 2, in Holm.
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