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Konzert der Prinzen : Küssen ist in Rellingen erlaubt

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

„Die Prinzen“ gastieren erstmals in der Barockkirche. 650 Fans aus sind aus dem Häuschen. Es gibt ein Zusatzkonzert am 12. September, das allerdings ebenfalls schon ausverkauft ist.

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erstellt am 06.Sep.2014 | 16:00 Uhr

Rellingen | „Laudate omnes gentes, Laudate Dominum“ – „Lobsingt, Ihr Völker alle, lobsingt und preist den Herrn“. Wie aketische Mönche gleiten die fünf „Prinzen“ gemächlichen Schritts auf den Altar der Rellinger Kirche zu. Ihre erste Kostprobe ausgefeilten A-cappella-Gesangs, geschult im Leipziger Thomaner- und Dresdner Kreuzchor, zeigte gleich zu Beginn, wohin die Reise am Donnerstagabend ging: Auch nach 25 Jahren auf Tournee ist von Abnutzungserscheinungen der Freunde seit Jugendtagen nichts zu spüren.

Im Gegenteil: Rampensau Sebastian Krumbiegel – der Kraftausdruck sei in diesem kontemplativ-theologischen Kontext erlaubt – wirkte so frisch und aufgedreht im professionell-ausgefuxten Ton- und Lichtspektakel, dass keiner der mehr als 650 euphorisierten Fans eigene Emotionen zurückhalten konnte. „Und endlich in Rellingen zu sein, nahe dem Vorort Hamburg“ – mit solch’ Liebkosungen ist das Publikum rasch „im Sack“.

Mit 100 Ohrwürmern im Repertoire beglücken „Die Prinzen“ seit Jahrzehnten die treuen Anhänger. Die Rellinger gaben sich keine Blöße und zeigten sich text-, rhythmus- und melodiesicher – bei 30 Klassikern wie „Fahrrad“, „Schwein sein“, „Millionär“, „Backstage Pass“ sowie „Wo bin ich, wenn ich schlafe“. Um 21.20 Uhr setzten „Die Prinzen“ schließlich zum Höhepunkt an: Dreistimmig – „damit es nicht so schief klingt“ – vibrierte im Kirchen-Achteck der von Krumbiegel und Tobias Künzel eingestimmte Fan-Chor – und dann kamen die Zeilen, auf die alle gewartet haben: „Du willst mich haben, denn du findest mich schön,... Küssen verboten, Küssen verboten, streng verboten... Keiner, der mich je gesehn hat, hätte das geglaubt, Küssen ist bei mir nicht erlaubt“. Singen für Frieden und gute Laune – das Anliegen ist den „Prinzen“ gelungen. Die Zugaben, die Ballade „Junimond“ (1986) von Rio Reiser (1950-1996) und eine zweite A-cappella-Einlage als sanfter Rausschmeißer – was für eine Harmonie an diesem Abend.

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