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Faszination Menschenbilder : Künstlerin aus Schenefeld auf Erfolgskurs

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Ideensuche, so lang die Füße tragen: Schenefelder Künstlerin Karin Daum auf Erfolgskurs. Viel Lob für Schau „Elbe 2015“.

shz.de von
erstellt am 30.Okt.2015 | 13:00 Uhr

Schenefeld | Ein junger Mann mit Pferdeschwanz, Halstuch und Strohhut hält eine Sonnenbrille in der Hand. Das Bild der Schenefelder Künstlerin Karin Daum trägt den Titel „Linie 62“. Daum hat den „Strohhut-Träger“ auf der von den Landungsbrücken abfahrenden Fähre „Linie 62“ getroffen. „Ich habe einen Blick für interessante Menschen, Situationen und Gestik“, erläutert Daum. Das Ölbild ist mit weiteren 14 Werken in der aktuellen Ausstellung „menschenbild“ in der Hamburger Kanzlei Bernzen Sonntag, Mönckebergstraße 19, zu sehen.

Mit ihrer Fotokamera ist die promovierte Physikerin häufig unterwegs, um Menschen und Motive einzufangen. Sie bewegt sich beispielsweise an Hamburger Orten und Plätzen wie Elbphilharmonie, Flughafen, Hauptbahnhof und Elbe. „Ich liebe die Elbe und den Hafen“, sagt die Künstlerin. Ihre zeitintensive Ideensuche dauert häufig bis zu sechs Stunden. „Danach weiß ich häufig nicht mehr, wie mich meine Füße tragen“, scherzt die Physikerin.

Die vorab gesammelten Fotos nutzt Daum als Fundus für später zu realisierende Ölbilder. Das eigentliche, dem modernen Realismus zuzuordnende Bild entsteht in mehreren Etappen. Die Schenefelderin konstruiert nach dem Sichten geeigneter Personen – ein passendes Umfeld. Auf späteren Bildern sind häufig nur grobe Umrisse der Umgebung zu erkennen, oft wird die Hauptperson in eine abstrakte Umgebung hineinprojiziert.

Daum präsentiert im Zuge der Ausstellung „menschenbild“ im Eingangsbereich der Kanzlei ein besonderes Werk. Es trägt den Titel „Elbe 2015“. Das Ölbild ist bei der 62. Landesschau des Bundesverbands Bildender Künstler (BBK) in Schleswig-Holstein, Stiftung Landdrostei, in Pinneberg zu sehen.

Der erlauchte Kreis

Mit ihrer – teilweise an die Bilder Edward Hoppers erinnernden – Kunst gelang es der Schenefelderin, sich auf einer hochkarätig-professionellen Ebene zu qualifizieren. BBK-Mitglieder können in der Regel ein abgeschlossenes Kunsthochschulstudium vorweisen. Nur sehr begabte Künstler dürfen dem BBK ausnahmsweise beitreten. Gelingt es ihnen, sich zweimal für Landesschauen zu qualifizieren, gehören sie zum „erlauchten Kreis“.

Eine gewählte Jury aus BBK-Künstlern und der Künstlerischen Leiterin der Drostei, Stefanie Fricke, wählte aus 190 Bewerbungen 83 Werke von insgesamt 62 Künstlern aus. Sieben Künstler kommen aus dem Kreis Pinneberg, eine davon ist Schenefelderin. „Mein Ziel ist es, mich ein zweites Mal zu qualifizieren und Mitglied im BBK zu werden“, bringt es die Schenefelderin auf den Punkt.

Vorbilder von Karin Daum sind außer Hopper der zeitgenössische US-amerikanische Maler Eric Fischl, der Wegbereiter der „Neuen Leipziger Schule“ Neo Rauch sowie Tim Eitel, ebenfalls „Leipziger Schule“. Die im August pensionierte Daum plant zukünftig, sich weiteren Projekten wie Installationen und Multi-Media-Projekten zu widmen und sich „nicht auf die Malerei zu beschränken“. Die Ausstellung „menschenbild“ ist noch bis zum 22. Januar während der Geschäftszeiten zu sehen.

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