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Pinneberger Tageblatt

24. Juni 2017 | 04:01 Uhr

Künstler, die mit Worten malen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Wettbewerb Zwölf Teilnehmer begeistern beim Poetry-Slam mit Talent und Wortwitz / Luke Monís aus Hamburg überzeugt Jury

Zwölf Teilnehmer haben beim Poetry-Slam im Geschwister-Scholl-Haus (GSH) ihr Publikum in den Bann gezogen. Mit Moderatorenteam und Jury veranstaltete das GSH den Wettbewerb in dieser Form bereits zum dritten Mal. „Was Slam als Kunstform ausmacht, ist das Malen mit Worten“, erläuterte GSH-Kulturpädagoge Stefan Doose. Es ist vor allem die Vielfalt und die emotionale Dichte an Worten in den einzelnen Texten, die das Publikum schon seit den 1980er Jahren fasziniert. Die Slammer bewiesen, dass auch die kleineren Veranstaltungen auf dem angesagten Kunstfeld ihren Charme haben.

Arne Poeck eröffnete die Veranstaltung als einer der dienstältesten Slammer. Er spezialisierte sich nach Vorbildern wie Ernst Jandl auf Wortspiele. Bei seinen nasenreinen Texten ging es um Frisuren und Frisöre. Mit Wortwitz beeindruckte er bei Ausführungen über Barbiere, „Frisiertum“ und eine frisierende Mückenschar. „Ich habe Spaß daran, die Sprache zu verdrehen“, erläuterte er. Er nahm bereits sechs Mal an deutschsprachigen Meisterschaften teil – unter anderem 2008 und 2016.

Nachwuchskünstlerin Lena Löffeler (19) trat erstmals im GSH auf. Die gebürtige Düsseldorferin schrieb in der zehnten Klasse eine Facharbeit zum Thema Poetry-Slam. „Ich habe gemerkt, dass mich das Thema interessiert“, berichtete die Studentin der HafenCity Universität. Die Kunstform sei für sie ein Mittel, Literatur der Jugend ein Stück weit näher zu bringen. Die um politische wie persönliche Themen kreisenden Texte sind quasi „ihr Ventil“.

Luke Monís, der Sieger aus Hamburg, lernte die Kunstform auf YouTube kennen. „Die Leute dort habe ich als Persönlichkeiten wahrgenommen, die sich sehr mit ihrer Umwelt und sich selbst auseinandersetzen“, berichtete er. Der Ansatz des gebürtigen Brasilianers ist sozialkritisch. Seine Inhalte kreisen um Konsumkritik. Eine seiner Fragen lautet: Wie können Menschen aus Wohlstandsländern den weniger vom Schicksal begünstigten Erdenbürgern helfen? „Mein Lieblingstext dreht sich um Religion“, sagte er. Es geht dabei vor allem um Toleranz gegenüber allen Religionen. Die Auswahl der auftretenden Slammer erfolgte über Pinnebergs Nachwuchsmoderatorin „Misse“. „Sie hat ein Händchen dafür, ein breites Spektrum an spannenden Künstlern auszuwählen“, sagte Doose. Armin Sengbusch alias „Schriftstehler“ moderierte das alle drei Monate veranstaltete Event mit viel Humor.

Singer-, Song-Writer-, Kurzfilm- und Poetry-Darbietungen ergänzen das GSH-Angebot. Letztere untergliedern sich erneut in Teilbereiche wie die U20-, Themen- und Science-Slams.

GSH-Kulturpädagoge Stefan Doose plant derweil schon weitere Highlights in Kooperation mit anderen Veranstaltern. Die Pinneberger Slam-Woche startet am 16. September beim Ackerfestival in Kummerfeld, weitere Stationen sind am 19. September die Drostei und am 22. September das GSH.

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