Künftig effektiver Einfluss nehmen

Gerade noch beschlussfähig: Zur letzten Sitzung des scheidenden Kinder- und Jugendbeirats trafen sich Vorsitzender Valentin Kraner (von links), Lennard Trippensee, Katharina Ramm, Julia Dinse und Emily Winter im Geschwister-Scholl-Haus.
Gerade noch beschlussfähig: Zur letzten Sitzung des scheidenden Kinder- und Jugendbeirats trafen sich Vorsitzender Valentin Kraner (von links), Lennard Trippensee, Katharina Ramm, Julia Dinse und Emily Winter im Geschwister-Scholl-Haus.

Neuwahl Pinnebergs Kinder- und Jugendbeirat kommt zu letzter Sitzung zusammen / Wahlbeteiligung gestiegen

Avatar_shz von
29. November 2017, 16:00 Uhr

„Wir haben eigentlich enorm viel bewegt.“ Zu diesem befriedigenden Ergebnis kam der scheidende Pinneberger Kinder- und Jugendbeirat (KiJuB), der seine letzte Sitzung im Geschwister-Scholl-Haus (GSH) zu einer Bestandsaufnahme nutzte. Seine zweijährige Amtszeit ist abgelaufen. Am 18. Dezember wird sich der kürzlich gewählte nächste Beirat konstituieren.

Allerdings schafften es nur fünf der neunköpfigen Riege zur Abschlusssitzung. Das reichte gerade zur Beschlussfähigkeit, aber Entscheidungen standen ohnehin diesmal nicht auf der Tagesordnung. Rückschau und Ausblick waren die beherrschenden Themen.

Das begann mit einer Analyse der Wahlergebnisse vom 24. November. 27 Kandidaten waren angetreten, mehr als in irgendeiner anderen Stadt oder Gemeinde im Lande. Mit zwölf Prozent der etwa 4000 Wahlberechtigten war die Beteiligung deutlich höher als vor zwei Jahren und vor allem das Ergebnis der zur Wiederwahl angetretenen Vorsitzenden Valentin Kraner wurde noch einmal gründlich bestaunt: Mit 83   Stimmen hatte er den Zweitplatzierten Friedemann Schlotfeld um satte 30 Stimmen überflügelt.

Andererseits bereitete eine recht hohe Zahl ungültiger Stimmen Kopfzerbrechen. Stadtjugendpfleger Raimund Bohmann und Andrea Aalders als Abgesandte der Stadtverwaltung meinten nachsichtig, dass das Briefwahlsystem vielleicht für viele zu kompliziert gewesen sei, aber dem widersprachen die Jugendlichen energisch: „Die beigefügte Erklärung war doch gut für Dumme“, trumpfte Katharina Ramm auf.


Auch Ehemalige zu Sitzungen eingeladen

Katharina gehört dem neuen Beirat nicht wieder an. Auch für Lennard Trippensee war der Tag des Rückblicks die letzte Amtshandlung. Beiden fiel der Abschied etwas schwer. Aalders schlug deshalb vor, von nun an auch Ehemalige und weitere an Lokalpolitik interessierte Jugendliche auf Wunsch zu zukünftigen Sitzungen einzuladen. Abstimmen dürften sie dann zwar nicht, aber ihre Ratschläge bleiben willkommen.

Kraners Rückschau begann mit der Refugee-Welcome-Party vor zwei Jahren, als viele Flüchtlinge in Pinneberg Unterschlupf fanden, darunter auch zahlreiche Jugendliche. Kassenwartin Julia Dinse erinnerte sich ebenfalls gerne daran, auch wenn einer der arabischen Jungen damals wie eine Klette an ihr hing und sie sehr genervt habe, wie sie amüsiert hinzufügte.

Weitere wichtige Etappen der letzten zwei Jahre waren eine Umfrage zur jugendfreundlichen Gestaltung der Innenstadt, ein Ferienauftaktfest, das Engagement beim Pinneberger Kindertag, Verbesserung der Auftritte in sozialen Netzwerken, eine effektivere Zusammenarbeit mit Schülervertretungen und dem Pinneberger Sportforum und die Mitgestaltung des „interkontinentalen Dinners“ im GSH.

Nur mit ihren politischen Einwirkungserfolgen im Pinneberger Rat und in den Ausschüssen waren die fünf jungen Leute unzufrieden. Julias Fazit gipfelte in dem Eingeständnis, „Wir haben versagt“. So pauschal wollten die vier anderen das nicht gelten lassen, aber alle bemängelten, dass aus den zugestellten Einladungen nicht erkennbar sei, ob wirklich jugendrelevante Themen zur Sprache kommen. Deshalb könne man nicht voraussehen, an welchen Sitzungen eine KiJuB-Teilnahme sinnvoll sei.

„Wir haben schließlich auch Schule und können uns nicht wie Vollzeitpolitiker einbringen“, machte der scheidende Beirat klar. Zur Verbesserung des Informationsflusses regte Aalders persönliche Besuche bei den Fachdienstleitern an. Dabei könne vieles schnell und unbürokratisch aufgeklärt werden.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen