KSP will raus aus „Schimmel-Villa“

Pinnebergs SPD-Fraktionsvorsitzende  Angela Traboldt wünscht sich persönlich für 2018, gesund zu bleiben.
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Pinnebergs SPD-Fraktionsvorsitzende Angela Traboldt wünscht sich persönlich für 2018, gesund zu bleiben.

Werkleiter Chrstoph Espelage beklagt unerträgliche Arbeitsbedingungen und schlägt Neubau vor / Politik verärgert über Vorgehen

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16. März 2018, 10:55 Uhr

Die „Villa“ wird die ehemalige Dienstwohnung auf dem Gelände des Kommunalen Servicebetriebs Pinneberg (KSP) genannt. Doch hochherrschaftlich geht es im Inneren nicht zu. „Als Werkleitung bin ich nicht mehr bereit, den Zustand der Villa zu akzeptieren“, sagte Christoph Espelage (Foto) im Pinneberger Finanzausschuss.

Der KSP-Chef berichtete den Ausschussmitgliedern von Schimmel im Gebäude, zu wenig Platzbedarf und untragbaren Arbeitsbedingungen. Eine Mitarbeiterin habe sich bereits geweigert, in den Räumlichkeiten zu sitzen. „Zu meinen Aufgaben gehört auch der Arbeitsschutz“, betonte Espelage. Der sei nicht gegeben. Die Villa sei als Büro nicht zugelassen und würde zudem bei jeder Begehung des Arbeitsschutzes durchfallen. „Ein nicht mehr tragbarer Zustand. Jeder neu eingestellte Kollege muss bereits jetzt irgendwo hin gequetscht werden“, so Espelage. Wenn es überhaupt neue Mitarbeiter gebe. Denn bei Führungen durch das Gebäude sei das Interesse von Bewerbern schnell verschwunden. „Es sind 13 Stellen, die ich derzeit nicht besetzen kann“, sagte Espelage und ergänzte: „Der KSP kann nur bauen, wenn er gute Räume und Mitarbeiter hat.“

Alternative Räumlichkeiten seien derzeit in der Kreisstadt nicht anmietbar. „Es ist schon klar, dass wir die Kollegen des KSP nicht im Rathaus aufnehmen können“, sagte Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos). Daher hat der KSP selbst ein Konzept entwickelt. Im Modulbau soll ein neues Verwaltungsgebäude entstehen. In dem Gebäude sollen Hochbau und Gebäudemanagement vereint werden, die derzeit auf drei Standorte aufgeteilt seien. „Dass nicht alle Mitarbeiter an einem Standort sind, sorgt für Abstimmungsschwierigkeiten und -bedarfe“, sagte Esperlage. Die Kosten für den Modulneubeu lägen bei etwa 700 000 Euro. „Um den kommunalen Haushalt nicht zu belasten und notwendige Investitionen wie den Schulbau nicht zu gefährden, schlagen wir einen Mietkauf vor“, sagte Espelade. Etwa 10 000 Euro soll die Stadt Pinneberg monatlich zahlen und das Gebäude in fünf Jahren übernehmen. „Was wir brauchen, ist eine schnell Lösung“, sagte Espelase. Mit dem Modulbau könne bis Ende des Jahres ein neues Verwaltungsgebäude stehen.

„Warum vor der Kommunalwahl? Warum beraten wir es nicht ganz normal mit dem Haushalt 2019“, fragte die SPD-Fraktionsvorsitzende Angela Traboldt (Foto). Eine Zusammenlegung der Abteilungen sei für sie in Zeiten der Digitalisierung nicht nachvollziehbar und bei Behörden eher unüblich. Entsetzt war sie allerdings über die Arbeitsbedingungen: „Sie müssen den Arbeitsschutz einhalten. Es kann doch nicht sein, dass Mitarbeiter in schimmeligen Räumen sitzen. Dann müssen sie sofort reagieren.“ Sie forderte von Espelage eine zeitnahe Lösung. „Dann haben wir auch Zeit, nach einer vernünftigen und sinnvollen Lösung zu schauen. Derzeit fehlen mir die Auswahlmöglichkeiten.“ Dann legte sie nach: „Wenn der Modulbau genauso gut ist wie der Massivbau, warum mussten wir bei den Schulen drei Jahre warten?“ Dieter Schott (Grüne & Unabhängige) ergänzte: „Dann könnten wir damit auch schnell die 120 Kinder aus der Kita Ostermannweg unterbringen.“

KSP und Verwaltung wollen nun eine Lösung finden, die Mitarbeiter in anderen Räumen unterzubringen. Die Entscheidung über einen Neubau wurde vertagt. Die Verwaltung soll die Kosten detailliert aufstellen.

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