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Pinneberger Tageblatt

21. November 2017 | 22:31 Uhr

Krötenrettung auf Hochtouren

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

aktion 1938 Amphibien sicher über Straße geleitet / Naturschützer ziehen positive Bilanz / Auf Freiwillige angewiesen

19 Jahre Krötenzaun-Aktion am Hogenkamp. Die Krötenretter haben sich erstmals zum Abschluss ihrer Naturschutz-Aktion im Entdeckergarten getroffen. Zeit eine Bilanz zu ziehen. 1678 Erdkröten, 260    Frösche und Molche, also 1938 Tiere, wurden in diesem Jahr sicher über die Straße gebracht. 2015 waren es 1952 Tiere. „Das Ergebnis kann sich sehen lassen“, freute sich der Vorsitzende des Umwelthauses Rainer Reischuck.

Die freiwilligen Helfer stellten bei der Krötenzählung eine starke Zunahme von Gras- und Teichfröschen fest. In diesem Jahr waren es 260 Frösche und Molche, im vergangenen Jahr nur 100                Frösche und Molche. Diese Entwicklung spricht für eine hohe Qualität des gesamten Lebensraumes „Rahwisch-Niederung mit mosaikartiger „Biotop-Struktur“. Dabei handelt es sich um Knickstreifen, Strauch- und Baumgruppen, Teiche und Gräben, Magerrasen-Typen, Streuobstwiesen und feuchten Bruchwald.

Reischuck und seine Mitarbeiter haben die faszinierende Entwicklung der Amphibien genau dokumentiert. Als der Zaun 1991 aufgebaut wurde, zählten die Beteiligten nur 49 Tiere.

Die Aktion sei „ohne seine verlässlichen Mitarbeiter“ nicht über die Bühne zu bringen. „Wären die vier Helfer nicht dabei, würde alles zusammenbrechen“, so Reischuck. Doch auch Schüler der Theodor-Heuss-Schule beteiligten sich im Zuge ihres projektbezogenen Biologie-Unterrichts.

Aenne Meike Böthern und ihre Kinder Jörn Fabian (3), André Tobias (6) und Mark Oliver (7) gehörten zu den ausgezeichneten Helfern. Sie durften wie Momme Eggerstedt für ihr Engagement eine Urkunde „Verdienste um den Krötenzaun. Freunde der Amphibien“ entgegennehmen. Dazu gab es Buchpräsente.

Aenne Meike Böthern und ihre Kinder brachten die Kröten während des Aktionszeitraums vom 28. Februar bis zum 17. April jeweils sonntags um 5.45 Uhr sicher in Eimern über die Straße.

„Für uns war die Aktion ein Riesenfest. Wir haben uns richtig gefreut“, erläutert Böthern, die sich bereits seit zehn Jahren dafür einsetzt. Sein Herz für Kröten habe er bereits als Schüler der zweiten Klasse der Carl-Eitz-Schule entdeckt und jahrelang an dem Projekt teilgenommen, so Momme Eggerstedt. „Als er vor zwei Jahren von der Aktion erfuhr, habe er sich sofort wieder beteiligt. Hintergrund: Mitarbeiter des Grünflächenamts der Stadt betreuten den Zaun noch von 1991 bis 1995. Im Jahr 1996 wurde kein Zaun aufgebaut. Der Aufwand sei bezüglich der Zahl der Amphibien nicht mehr zu vertreten, so das Amt.


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