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Wedel : Kritischer Blick auf die Textilindustrie

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Klasse 8b des Johann-Rist-Gymnasiums hat sich mit der Herkunft von Kleidung beschäftigt und dafür einen Preis erhalten.

shz.de von
erstellt am 24.Mär.2015 | 14:15 Uhr

Wedel | Aus sechs Themen konnten die 26 Schüler der 8  b des Johann-Rist-Gymnasiums in Wedel im vergangenen Jahr beim Schülerwettbewerb der Bundeszentrale für politische Bildung (BPB) eines wählen. Sie entschieden sich für das Thema „Billige
T-Shirts – Wer zahlt den Preis?“. Vanessa sagte zur Abstimmung: „Das Thema hat uns am meisten angesprochen, weil es uns interessiert hat, woher die T-Shirts kommen und wer sie macht.“ Von September bis Dezember setzten sich die Schüler damit auseinander. Recherchierten im Internet, fragten im Einzelhandel nach, Sprachen mit dem Botschafter von Bangladesch.

Diese Woche gab es Post von der BPB. Das Johann-Rist-Gymnasium belegte den siebten Platz – unter mehr als 400 Teilnehmern. Neben der Gratulation gab es zudem 250 Euro für die Klassenkasse, wie Klassenlehrer Stephan Kleiber den Schülern mitteilte. Der Pädagoge begleitete das Projekt.

Die Herkunftsorte der Oberbekleidung hatten die Schüler schnell recherchiert: Bangladesch, China und Indien. Dabei reichte oft ein Blick in die Label der eigenen Klamotten und ein Besuch in Geschäften in Wedel. Nur wenige T-Shirts kamen aus Deutschland. „Die, die wirklich in Deutschland produziert wurden, sind meistens deutlich teurer als die aus Bangladesch“, sagte Ali.

Löhne betragen oft nur wenige Cent pro Stunde

Das liege vor allem an den Arbeitslöhnen und Arbeitsbedingungen. 60 Stunden pro Woche seien keine Seltenheit. „Die Menschen werden dort oft gezwungen, Überstunden zu machen“, erläuterte Vanessa. Bezahlt würden teilweise nur wenige Cent pro Stunde. Außerdem müssten Mindestmengen pro Tag erreicht werden. Die Schüler nahmen Kontakt zur „Kampagne für saubere Kleidung“ auf, sprachen mit dem Botschafter von Bangladesch und fragten auch in den Geschäften nach, was dort über die Kleidung und deren Herstellung bekannt sei. „Das hat am wenigsten gebracht“, sagte der Klassenlehrer. Die Ergebnisse wurden in einer Wandzeitung zusammengefasst, die beim Wettbewerb eingereicht wurde. Eine Erkenntnis machte sich bei den Schülern breit, wie Larissa erläuterte: „Die Unterschiede zu teuren Marken sind oft gering, denn sie stammen zumeist aus den gleichen Ländern.“ Und was ist mit dem Geld geplant? „Das haben wir noch gar nicht entschieden“, sagte Kleiber. Die Schüler wünschen sich einen gemeinsamen Wandertag. Im kommenden Jahr hofft der Lehrer wieder mit der Klasse antreten zu können. „Dann können wir aus den Erfahrungen aus diesem Jahr lernen und vielleicht reicht es ja für den Hauptpreis“, so Kleiber. Die besten Teilnehmer haben in diesem Jahr eine viertägige Fahrt nach Bonn gewonnen.

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