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Pinneberg : Kritik an der Reptilienbörse in der Rübekamphalle

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Tierrechtsorganisation Peta fordert ein Verbot der Börse. Der Veranstalter weist die Kritik zurück.

Pinneberg | „Tödlicher Stress für die Tiere“, „gefährliche exotische Salmonellenarten“: In einem Brief an Pinnebergs Bürgermeisterin Urte Steinberg übt die Tierrechtsorganisation Peta scharfe Kritik an der am vergangenen Sonntag veranstalteten Reptilienbörse in der Rübekamphalle. Fans von Schlangen, Echsen und Co. hatten sich dort versammelt, 22 Aussteller waren laut dem Veranstalter Sascha Sommerfeld vor Ort.

Für Peta sind diese Ausstellungen mit dem Tierschutz unvereinbar. Die Organisation fordert Steinberg daher auf, die Reptilienbörse in Pinneberg künftig nicht mehr zuzulassen. Die Bürgermeisterin weist die Zuständigkeit in einer Antwort von sich. Zwar sei die Stadt Pinneberg laut Sprecher Marc Trampe dafür verantwortlich, die gewerberechtliche Erlaubnis zu prüfen, die tierschutzrechtliche Erlaubnis erteile aber der Kreis. Das bestätigt Kreissprecher Oliver Carstens. Eine Veterinärin des Kreises habe die Börse genehmigt – allerdings mit vielen Auflagen. „Die Genehmigung umfasste in diesem Fall fünf Seiten, darin 34 Auflagen, die größtenteils nur dem Schutz der Tiere dienten“, sagt Carstens. Zudem sei die Veterinärin – das sei die Regel bei diesen Tierbörsen – vor Ort gewesen. „Große Verstöße wurden nicht festgestellt“, so Carstens. Trotzdem betont er: „Die besondere Belastung für Tiere kann man nicht von der Hand weisen, deshalb gucken wir genau hin.“

Peta fordert ein striktes Verbot: „Die sensiblen Echsen und Schlangen wie Ausstellungsstücke zu behandeln hat mit Tierliebe nichts zu tun. Der Transport, die lärmenden Besuchermassen und fehlende Versteckmöglichkeiten sind purer Stress für die Tiere“, sagt Peter Höffken, Wildtierexperte bei Peta. Die Veranstalter nähmen laut der Organisation den Tod unzähliger Tiere billigend in Kauf. „Das ist Blödsinn. Wir nehmen den Tierschutz sehr ernst“, sagt Sommerfeld. So seien etwa sogenannte „Displays“ für seine Börsen Pflicht. „Damit sind die Tiere vor Lärm geschützt und die Temperatur bleibt stabil“, sagt der 36-jährige Hamburger. Die Börse in Pinneberg war erst die zweite, die der Reptilien-Liebhaber organisiert hat. Sommerfeld veranstaltet außer in Pinneberg auch Reptilienbörsen in Rendsburg, Hamburg und Bremen. Vier bis sechs dieser Ausstellungen pro Jahr seien geplant. „Es ist schade, dass die Peta-Leute nicht persönlich vorbeikommen, dann könnte ich dagegen argumentieren“, sagt Sommerfeld.

„Unser Schreiben soll Politiker und Bürger endlich wachrütteln: Diese Tierquälerei darf nicht länger toleriert werden“, fordert Höffken. Eine Entscheidung zur Zukunft der Börsen könnte demnächst aus Berlin kommen: Im aktuellen Koalitionsvertrag der Bundesregierung sehen CDU, CSU und SPD ein Verbot von gewerblichen Börsen für exotische Tiere vor.

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erstellt am 01.Apr.2015 | 12:15 Uhr

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