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Pinneberger Tageblatt

18. Oktober 2017 | 08:18 Uhr

Kreis Pinneberg : Kritik am Betreuungsgeld

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Politiker aus dem Kreis Pinneberg bezeichnen die Zahlungen als „anti-sozial“ und als „Kita-Fernhalteprämie“.

shz.de von
erstellt am 03.Aug.2014 | 10:00 Uhr

Pinneberg | Das Betreuungsgeld steht mal wieder in der Kritik – auch bei Politikern im Kreis Pinneberg. Seit die Ergebnisse einer Befragung des Deutschen Jugendinstituts und der Technischen Universität Dortmund zu diesem Thema an die Öffentlichkeit gelangten, hallt ein Aufschrei durchs Land. Die Interpretation der Zahlen: Die Möglichkeit, seit einem Jahr 100 Euro monatlich dafür zu erhalten, 15 bis 36 Monate alte Kinder zuhause zu betreuen anstatt sie in einer Kita unterzubringen, schaffe insbesondere Anreize für Familien mit Migrationshintergrund (25 Prozent der Befragten) sowie bildungsferne Elternteile (31 Prozent der Befragten), ihre Kinder selbst zu betreuen. In Schleswig-Holstein wurden nach Angaben des Familienministeriums bis zum 30. Juni 2014 insgesamt 10.029 Betreuungsgeld-Anträge gestellt.

Die Mehrheit der Parteien im Kreis Pinneberg steht dem Ganzen ablehnend gegenüber. „Weg mit dem Betreuungsgeld und mehr Geld zur Ausbau und Qualitätssteigerung der Kitas. Das Betreuungsgeld ist anti-sozial und verhindert Chancengleichheit. Frühkindliche Förderung ist das Fundament für gute Bildung “, so Resy de Ruijsscher, Sprecherin der Grünen. SPD-Kreisvorsitzender Thomas Hölck sieht das genauso und ergänzt: „Es handelt sich u eine Kita-Fernhalteprämie. Die Kommunen haben sich verschuldet, um ausreichend Kita-Plätze schaffen zu können, und es wird Steuergeld ausgegeben, damit Kinder nicht in die mit Krediten gebauten Einrichtungen der Kommunen gehen.“ Seitens Klaus-Dieter Brügmann, Sprecher der Linken, heißt es: „ Gerade die werden von den Kitas ferngehalten, die sie am dringendsten bräuchten.“ Zudem verhindere es die Erwerbstätigkeit von Frauen. Der FDP-Kreisvorsitzende Günther Hildebrand erläutert: „Das Betreuungsgeld setzt falsche Anreize.“ Leider sei es während der schwarz-gelben Koalition zustande gekommen. Die FDP habe im Rahmen von Kompromissen zugestimmt.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete des Kreises Ole Schröder nannte es hingegen „eine unglaubliche Anmaßung so zu tun, als wüssten Eltern nicht, was ihre ein- bis zweijährigen Kinder brauchen.“ Zusammen mit dem Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz sorge das Betreuungsgeld so für mehr Wahlfreiheit. Seit dem 1.August 2014 ist das Betreuungsgeld auf 150 Euro monatlich erhöht worden.

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