Rellingen/Halstenbek : Kriminalstatistik: „Bürger können sich sicher fühlen“

Präsentierten die Zahlen für 2014: Mike Schirdewahn (l.), Erster Polizeihauptkommissar und Leiter des Rellinger Reviers, mit dem Leiter der Polizeistation Quickborn, Polizeihauptkommissar Götz Nowobilski, bis Ende März stellvertretender Revierleiter.
Präsentierten die Zahlen für 2014: Mike Schirdewahn (l.), Erster Polizeihauptkommissar und Leiter des Rellinger Reviers, mit dem Leiter der Polizeistation Quickborn, Polizeihauptkommissar Götz Nowobilski, bis Ende März stellvertretender Revierleiter.

Kriminalstatistik für Halstenbek und Rellingen weist Rückgang der Straftaten aus. Bekämpfung von Wohnungseinbrüchen ein Schwerpunkt.

shz.de von
18. Mai 2015, 14:06 Uhr

Rellingen/Halstenbek | Weniger registrierte Straftaten bei einer in etwa gleichbleibenden Aufklärungsquote. Das ist die Bilanz der Kriminalstatistik 2014 für die Gemeinden Halstenbek und Rellingen. Ein besonderer Schwerpunkt war im vergangenen Jahr die Bekämpfung von Wohnungseinbrüchen.

880 Straftaten mit einer Aufklärungsquote von 33,8 Prozent in Halstenbek, 588 Taten mit einer Aufklärungsquote von 44 Prozent in Rellingen. Diese Zahlen haben Revierleiter Mike Schirdewahn und seine Kollegen für 2014 registriert. Die Mehrheit der Taten waren Diebstähle, darunter entwendete Fahrräder, Ladendiebstahl oder solcher aus Fahrzeugen und Wohnungen. Gerade letztgenannte beschäftigten die Beamten des Rellinger Reviers besonders. Denn, so Schirdewahn, das Thema betreffe einen sensiblen Bereich. Opfer von Einbrüchen seien häufig traumatisiert. Im Rahmen eines landesweiten Projekts wurde im vergangenen Jahr deswegen gegen Einbruchskriminalität vorgegangen − und das zumindest in Halstenbek und Rellingen mit Erfolg, wie die lokalen Zahlen zeigen. Während sich die Zahl der Taten in Halstenbek leicht verringerte, halbierte sie sich in Rellingen sogar. Unter anderem seien es gezielte Kontrollen verdächtiger Personen und Fahrzeuge gewesen, die zu Festnahmen führten, erläutert Schirdewahn. Insgesamt sei der Verfolgungsdruck erhöht worden. „Die Täter merken, dass etwas passiert. Das Konzept hat gut funktioniert“, bilanziert der Revierleiter.

Leicht zugenommen haben in Rellingen hingegen sogenannte Rohheitsdelikte wie Raub und Körperverletzung. Auch die Zahl der Sachbeschädigungen lag im vergangenen Jahr höher als noch in 2013.

Brandanschläge überschatten das Jahr

Besorgniserregend sei dies allerdings nicht, so Schirdewahn, zumal die Aufklärungsquote weiterhin auf einem hohen Niveau liege. In Halstenbek ist diese sogar gestiegen − bei gleichzeitigem Rückgang der registrierten Taten. Ebenfalls erfreulich: Weder in Halstenbek, noch in Rellingen gab es im vergangenen Jahr Sexualdelikte.

Drohungen, Gefährdungen sowie Sachbeschädigungen bis hin zu Brandanschlägen: Die mutmaßlichen Taten des 26 Jahre alten Rellingers André M. haben die Polizeibeamten besonders gefordert und für zahlreiche − auch präventive − Einsätze gesorgt. „Das hat alles in den Schatten gestellt“, sagt Götz Nowobilski, bis Ende März stellvertretender Revierleiter und jetzt Stationsleiter in Quickborn. Ihren Anfang nahm die Straftatenserie im Januar mit Sachbeschädigungen und Bedrohungen, im Jahresverlauf kam es dann sogar zu Brandanschlägen, unter anderem auf Fahrzeuge und ein Wohnhaus. Große Verunsicherung herrschte in der Bevölkerung, bis der 26-Jährige am 8. September schließlich verhaftet werden konnte. „Bis dahin war Rellingen vermutlich die am besten bewachte Gemeinde in Schleswig-Holstein“, so Nowobilski, der ebenso wie Maik Schirdewahn die Zusammenarbeit der verschiedenen Organisationen wie Gemeinde, Feuerwehr, Polizei, Kripo und Wohnungsgesellschaft lobte.

Trotz dieser außergewöhnlichen Straftatenserie, ziehen die Beamten ein positives Fazit des vergangenen Jahres. „In Rellingen und Halstenbek kann man sicher leben“, so Schirdewahn. Zwar gebe es auch hier Kriminalität, doch „das Risiko, Opfer einer Straftat zu werden, ist deutlich geringer als in anderen Gemeinden im Kreis“.

Wie wahrscheinlich es für einen Bürger ist, Opfer einer Straftat zu werden, sagt die sogenannte Häufigkeitszahl aus. Dabei handelt es sich um die Anzahl der Straftaten hochgerechnet auf 100.000 Einwohner. Für den gesamten Kreis Pinneberg beträgt sie für das vergangene Jahr 6757 und liegt damit unter dem Landesdurchschnitt von 7184. „Spitzenreiter “ im Kreis ist Elmshorn mit 9493 Straftaten pro 100.000 Einwohner, gefolgt von Pinneberg mit 8993 Taten. Auf den letzten beiden Plätzen liegen Halstenbek mit 5258 Straftaten und Rellingen mit 4295 Taten. Werte, die sich gegenüber 2013 nochmals verringert haben.
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