Kreishaus-Neubau steht vor dem Aus

Im Kreistag zeichnet sich eine Mehrheit für den

Ausstieg aus dem Kreishaus-Projekt ab.

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08. Mai 2009, 11:32 Uhr

Pinneberg. Die endlos scheinende Diskussion über den Neubau eines Kreishauses auf dem ehemaligen Güterbahnhof in Pinneberg birgt immer neue Überraschungen. Haperte das Projekt bislang an den Schwierigkeiten mit dem Investor Impala Immobilien des Hamburger Kaufmanns Mashallah Rahimi, ziehen demnächst voraussichtlich die Politiker im Kreistag die Reißleine.
Die Debatte ist neu entbrannt, nachdem es der Stadt Pinneberg nicht gelungen war, mit dem Investor einen städtebaulichen Vertrag abzuschließen und deshalb bislang keine Baugenehmigung für das Kreishaus vorliegt.
Damit kann der Kreis aus dem Vertrag aussteigen. In dieser Situation ist das Talkline-Gebäude als neues Verwaltungsdomizil auf die Tagesordnung gekommen. Obwohl die Miete für das Elmshorner Haus 400000 Euro im Jahr günstiger ist, hat Landrat Dr. Wolfgang Grimme sich klar für ein Festhalten am Neubau ausgesprochen. Doch auf eine Mehrheit im Kreistag kann der Landrat nicht bauen.
SPD-Fraktionsvorsitzender Hans-Helmut Birke hat kurzfristig zu einer ganztägigen Klausurtagung eingeladen. Die Genossen haben bislang deutlich Position bezogen. Sie wollen, dass der Vertrag mit Impala gekündigt wird. Ihr Ziel: Der bestehende Verwaltungskomplex in der Pinneberger Innenstadt soll saniert werden.
Kündigung und Sanierung lautet auch das Motto von Bündnis 90/Die Grünen. „Allein aus finanziellen Gründen spricht alles dafür, dort zu bleiben, wo man ist“, sagte er.
„Solche Sperenzchen kann sich der Kreis nicht leisten“, betonte Claus-Peter Matetzki (Die Linke) und plädierte ebenfalls für eine Sanierung.
Auch die FDP möchte, dass der Kreis Impala den Rücken zukehrt. Allerdings nicht, um das derzeitige Domizil zu sanieren, sondern um den Verwaltungssitz nach Elmshorn zu verlagern. „Bei den Schulden, die der Kreis hat, kommt es auf jede 100000 Euro an“, sagte der Fraktions-Chef der Freidemokraten Klaus G. Bremer.
Einzig die CDU folgt Grimme und hält am Neubau fest. Nur dieser, so Fraktionsvorsitzende Heike Beukelmann, sei optimal auf die Bedürfnisse der Kreisverwaltung zugeschnitten.
Seitens der Wählergemeinschaft kWGp gab es gestern keine Aussage. Ohne Fraktionsbeschluss wollte Burghard Schalhorn keine Stellung beziehen.
Allerdings: Auch ohne die Zwei-Mann-Truppe wird es voraussichtlich keine Mehrheit für den Neubau geben. SPD, Grüne, FDP und Linke verfügen zusammen über 32 Mandate. Die CDU hat 24 Stimmen.

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