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Blitzer-Offensive : Kreise in Schleswig-Holstein rüsten auf

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Geschwindigkeitskontrollen: Der Pinneberg hat im vergangenen Jahr 1,7 Millionen Euro „verdient“.

shz.de von
erstellt am 21.Jun.2016 | 18:30 Uhr

Kreis Pinneberg | Wegen personeller Engpässe blitzt die Polizei immer seltener. In diese Überwachungslücke springen jetzt Kreise und kreisfreie Städte in Schleswig-Holstein. Genau die Hälfte hat bei der Verkehrsüberwachung im vergangenen Jahr bereits aufgerüstet oder plant zeitnah die Anschaffung von weiteren Messgeräten, wie eine Umfrage dieser Zeitung zeigt.

Der Kreis Pinneberg hat – in Kooperation mit der Polizei – bereits seit mehr als zehn Jahren eigene Blitzer in Betrieb. Und er zeigt der kommunalen Familie: Das lohnt sich. Die Einnahmen sind laut Auskunft der Kreisverwaltung von 1,1 Millionen Euro in 2009 auf 1,7 Millionen Euro im Vorjahr gestiegen. Ein mobiles Gerät und sieben stationäre Blitzer, die abwechselnd mit insgesamt drei Kameras bestückt werden, nennt der Kreis Pinneberg sein Eigen. Etwa 60.000 Raser sind 2015 so erwischt worden.

Das weckt auch bei anderen Kreisen Begehrlichkeiten. „Aus Gründen der Verkehrssicherheit hat der Hauptausschuss des Kreises einstimmig beschlossen, die  Geschwindigkeitsüberwachung in Eigenregie zu übernehmen“, sagt Martina Stekkelies, Sprecherin des Kreises Schleswig-Flensburg. Zu diesem Zweck soll für 70000 Euro ein mobiler Blitzer samt Dienstfahrzeug beschafft werden.

Als im Frühjahr die Unfallstatistik für 2015 veröffentlicht wurde, erklärte Landespolizeidirektor Ralf Höhs, ein direkter Zusammenhang zwischen den erhöhten Unfallzahlen und der eingeschränkten Verkehrsüberwachung sei nicht nachweisbar. Fakt aber ist:  2015 erwischten seine Beamten 113120 Temposünder weniger als im Vorjahr, das ist ein Minus von 17,6 Prozent. Weitere Hiobsbotschaften wie die Abschaffung von Videowagen ließen vielerorts die Alarmglocken klingeln.

So wird sich der Kreis Plön im August ein zweites mobiles Gerät für 40000 Euro zulegen, Flensburg will 23.000 Euro in eine weitere stationäre Radarfalle investieren und bis 2020 seine vorhandene Technik (zwei Rotlicht-Blitzer und einen Radarwagen) erneuern. Kosten dafür: 197000 Euro. Der Kreis Stormarn hat für seinen Einseitensensor bereits eine neue Kamera für 34000 Euro angeschafft. Und auch Ostholstein ersetzt gerade zwei betagte Messgeräte für 184.000 Euro.

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