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Hasloh/Bönningstedt : Kreis: Reithalle darf gebaut werden

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Günter Zuschlag vom Fachdienst Planen und Bauen bezieht Stellung zur Errichtung eines Betriebs auf Bönningstedter Gebiet.

von
erstellt am 23.Okt.2014 | 16:00 Uhr

Hasloh / Bönningstedt | Der Bau einer Reithalle an der Ortsgrenze zwischen Hasloh und Bönningstedt erregt die Gemüter. Viele Hasloher erinnern sich daran, dass vor vier Jahren der frühere Besitzer, Peter Rosinski, von der Bauaufsicht des Kreises gezwungen wurde, einen Unterstand für zwei Pferde abzureißen, weil keine Baugenehmigung vorlag.

„Wie kann es sein, dass genau dort jetzt so eine große Halle genehmigt wird?“, so die brennende Frage vieler Bürger. Günter Zuschlag, Fachdienstleiter des Bereichs Planen und Bauen, erklärt dazu: „Grundsätzlich soll der Außenbereich von Bebauung freigehalten werden. Dieser Grundsatz wird bei privilegierten Maßnahmen durchbrochen“, so Zuschlag.

Zu den privilegierten Bauvorhaben würden landwirtschaftliche Betriebe gezählt. Begründet werde dies damit, dass die Betriebe landwirtschaftliche Fläche zur Bewirtschaftung benötigten, die vorzugsweise abseits der Ortslage liegen würden. Dort dürften dann auch Betriebsgebäude einschließlich Wohnnutzung errichtet werden.

Dies gelte auch für die Neugründung von landwirtschaftlichen Betrieben – wie eben im vorliegenden Fall. „Pensionstierhaltung und Pferdezucht nehmen an der landwirtschaftlichen Privilegierung teil, soweit das Futter überwiegend auf den zu dem landwirtschaftlichen Betrieb gehörenden Flächen erzeugt werden kann“, erläutert Zuschlag.

Dabei müsse die landwirtschaftliche Betätigung in ihrem Umfang, der Organisation und der Dauerhaftigkeit einen Betrieb darstellen. „Eine Tätigkeit aus Liebhaberei reicht nicht aus, um im grundsätzlich geschützten Außenbereich bauen zu dürfen“, betont der Fachdienstleiter im Hinblick auf den erzwungenen Abriss vor vier Jahren. Ein Stall oder Unterstand, der abseits von der eigentlichen landwirtschaftlichen Hofstelle errichtet werde, nehme nicht an der Privilegierung teil – wohl aber diejenigen baulichen Anlagen, die für den landwirtschaftlichen Betrieb erforderlich seien.

„Ein Wohnhaus ist nicht zwingend erforderlich, aber meistens die logische Folge, da häufig die räumliche Nähe eine Wohnnutzung zum Führen und zur Beaufsichtigung des Betriebs erfordert“, führt Zuschlag weiter aus. Dabei würden für den Außenbereich andere Maßstäbe gelten, was etwa die Erschließung des Geländes anbelange.

Spurbahn, Brunnen und Klärgrube reichen aus

„Im Gesetz steht, dass eine ausreichende verkehrliche Erschließung vorhanden sein muss“, erklärt Zuschlag. Dieser Begriff bedeute, dass das Anforderungsprofil deutlich geringer sein müsse, als es im Innenbereich einer Gemeinde sei. „Da reicht sowohl die Spurbahn als auch ein Brunnen zur Wasserversorgung und eine Klärgrube zur Entsorgung aus“, beschreibt Zuschlag die minimalen Anforderungen. Damit sei die notwendige verkehrliche Erschließung gegeben – und somit eine Beteiligung der Gemeinde Hasloh am Entscheidungsfindungsprozess nicht notwendig gewesen.

Zum Vorhaben der Hasloher FDP, einen Baustopp zu erreichen, sagt Zuschlag: „Dies setzt einen entsprechenden Antrag beim Verwaltungsgericht in Schleswig voraus. Dann wird zunächst die Zulässigkeit geprüft, anschließend kommt die Begründung des Antrags auf den Prüfstand.“

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