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Interaktive Grafik : Kreis Pinneberg: Der Krankenstand ist hoch wie nie

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Unternehmensverband Unterelbe-Westküste verzeichnet einen neuen Rekord.

Kreis Pinneberg | Der Krankenstand innerhalb der Mitgliedsbetriebe des Unternehmensverbands Unterelbe-Westküste war noch nie so hoch wie im vergangenen Jahr. Das teilte Geschäftsführer Ken Blöcker mit. „Waren im Jahr 2005 noch durchschnittlich 3,64 Prozent der Arbeitnehmer arbeitsunfähig gemeldet, waren es im Jahresdurchschnitt 2015 bereits 5,84 Prozent. Dies entspricht in den letzten zehn Jahren einer Steigerungsrate von knapp 62 Prozent“, sagte Blöcker.

Als Gründe für den Anstieg des Krankenstands führte Blöcker den demografischen Wandel und damit ein Altern der Belegschaften sowie die positive wirtschaftliche Entwicklung in den vergangenen Jahren an. „Erfahrungsgemäß fallen ältere Mitarbeiter länger aus. Denn die Dauer der Rekonvaleszenz steigt typischerweise mit dem Alter“, sagte der Geschäftsführer des Unternehmensverbands. Zudem sei es erwiesen, dass „in wirtschaftlich guten Zeiten“ die Zahl der Krankheitstage steigt. Blöcker ergänzte: „Wenn hingegen in wirtschaftlich schlechten Zeiten eine subjektiv empfundene Sorge um den Arbeitsplatz besteht, gehen die Arbeitnehmer häufiger auch krank zur Arbeit. Vor dem Hintergrund der Fürsorgepflicht und der Ansteckungsgefahr ist das jedoch gerade nicht im Sinne des Arbeitgebers.“ Dass die steigende Zahl von Krankheitstagen mit den zunehmend diagnostizierten psychischen Erkrankungen zusammenhingen oder mit der steigenden Zahl an Operationen, seien hingegen „reine Spekulation“.

Der Forderung einiger Mediziner, die Regeln für die Krankschreibung von Beschäftigten zu lockern, erklärt der Unternehmensverband Unterelbe-Westküste eine Absage. Blöcker sagte dazu: „Das Arbeitgeber-Arbeitnehmerverhältnis ist bei uns in der Region in der Regel von großem Vertrauen geprägt. Die meisten Arbeitgeber verlangen erst nach dem dritten Krankheitstag eine ärztliche Bescheinigung, obwohl sie laut Gesetz bereits ab dem ersten Fehltag auf ein Attest bestehen können.“ Einer Verlängerung der Frist steht nach Auffassung Blöckers vor allem das Gesundheitsinteresse der Arbeitnehmer entgegen. „Nur der Arzt kann beurteilen, wann eine Bronchitis aufhört und eine Lungenentzündung anfängt.“

Der Unternehmensverband mit Sitz in Heide ist ein Zusammenschluss von zirka 400 Unternehmen zwischen der dänischen Grenze und Norderstedt. Er wurde vor knapp 70 Jahren gegründet und hat sich eigenen Angaben zufolge zu einem Sprachrohr der Wirtschaft an der Westküste und im Unterelberaum entwickelt.

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erstellt am 15.Feb.2016 | 14:15 Uhr

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