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Wirtschaft im Kreis Pinneberg : Kreis ist starker Standort

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Kritik der Wirtschaftsverbände: Fehlende Gewerbeflächen bremsen Investitionen von Großunternehmen aus.

von
erstellt am 07.Jan.2014 | 06:00 Uhr

Aus dem aktuellen Ranking des Wirtschaftsmagazins "Focus Money" geht hervor, dass der Kreis bei seiner Wirtschaftskraft deutschlandweit auf Platz 81 von 388 der untersuchten Kreise und Städte liegt. Landesweit liegt der Kreis damit sogar auf Platz eins (Wir berichteten). Für die Vertreter der regionalen Wirtschaftsverbände ist das keine Überraschung, schließlich habe der Kreis Pinneberg einiges zu bieten. Dennoch könnten fehlende Bauflächen das Gewerbe ausbremsen.

Für den Geschäftsführer des Unternehmensverbands Unterelbe-Westküste, Heinrich Ritscher, zeichnet den Kreis Pinneberg vor allem seine industrielle Vielfalt aus: "Die hohe Produktionstiefe und die lohnintensive Herstellung hält die Wertschöpfung in der Region." Insgesamt verfüge der Kreis nur über wenige Großunternehmen, die Massenprodukte herstellen - dafür aber über einen großen Anteil hochqualifizierter Spezialunternehmen, die eine starke Position am Markt haben.

Auch für Paul Raab von der IHK zu Kiel ist es diese Vielfalt, die den Kreis Pinneberg stark macht. "Wir können hier vollständige Produktionsprozesse abbilden, vom Grundprodukt bis zur fertigen Ware für den Verbraucher. Alle Teilprozesse, die dann die Gesamtsumme der Bruttowertschöpfung ergeben, finden hier statt", sagt Raab.

Der Chef der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft (WEP) des Kreises Pinneberg, Harald Schroers, betont die Wettbewerbsvorteile für Unternehmen, die sich im Kreis angesiedelt haben: "Die Unternehmen profitieren im Kreis Pinneberg überdurchschnittlich von der günstigen Lage, insbesondere von der Nähe zum internationalen See- und Flughafen, von der vergleichsweise immer noch hervorragende Einbindung in das nationale Schienen- und Straßennetz und dem dichten Angebot an Arbeitskräften, Kunden und Lieferanten im Großraum Hamburg."

Der Wehrmutstropfen dieser starken Entwicklung: Für Unternehmen, die expandieren wollen, gibt es nicht genügend Platz. Die Folge schlägt sich in der Statistik nieder: Die Investitionen je Beschäftigten im verarbeitenden Gewerbe liegt mit 6487 Euro im Kreis Pinneberg unter dem Bundesdurschnitt, der 8387 Euro beträgt. Ritscher dazu: "Es wird kleinteiliger investiert, da keine Großindustrie, wie zum Beispiel der Automobilbau, eine Schwerindustrie für Bodenschätze oder Rohstoffverarbeitung vorhanden ist." Dies werde angesichts der nicht ausreichenden Gewerbeflächen mit entsprechender Verkehrsanbindung auch so bleiben. Auch für IHK-Zweigstellenleiter Raab ein Problem: "Damit fehlen die Bauinvestitionen expandierender oder neu angesiedelter Betriebe, die in dieser Statistik immer deutlich zu Buche schlagen."

Die Wertungskriterien der Wirtschaftskraft von „Focus Money“

- Arbeitslosenquote: Diese Kennziffer benennt den Anteil der  registrierten Arbeitslosen    an der Gesamtzahl der zivilen Erwerbspersonen. Im Kreis Pinneberg lag die Quote im November 2013 bei 5,3  Prozent.

- Die Bruttowertschöpfung ergibt sich aus dem Gesamtwert der im Produktionsprozess erzeugten Waren und Dienstleistungen, abzüglich des Werts der investierten Vorleistungen.

- Das verfügbare Einkommen bezeichnet die Pro-Kopf-Kaufkraft der Bürger.

- Die Bevölkerungsentwicklung beschreibt die Veränderung der Einwohnerzahl im Kreisgebiet.

- Die Veränderung der Zahl der Erwerbstätigen ist eine Kennziffer für die Entwicklung der arbeitenden Menschen.

- Die Investitionen der Betriebe zeigen, wieviel die Unternehmen in einem bestimmten Zeitraum ausgegeben haben.

- Die Entwicklung des Bruttoinlandprodukts (BIP) gibt an, wie sich der Gesamtwert aller Güter verändert hat.

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