Vertrag unterzeichnet : Kooperation: Neue Natur-Routen für die Region

Naherholung und Umweltbildung: Rainer Naujox, Wolfgang Rüscher und Frank Schoppa (von links) haben einen Kooperationsvertrag unterzeichnet.
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Naherholung und Umweltbildung: Rainer Naujox, Wolfgang Rüscher und Frank Schoppa (von links) haben einen Kooperationsvertrag unterzeichnet.

Der Förderverein Baumschulland und die Naturfreunde wollen Rad- und Wanderrouten entwickeln. Der Vertrag ist unterzeichnet.

shz.de von
30. März 2017, 14:00 Uhr

Pinneberg | Der Kreis Pinneberg – eine unentdeckte Schönheit mit vielen Perlen in der Natur? So sehen es der Förderverein Kulturlandschaft Pinneberger Baumschulland und die Naturfreunde Pinneberg. Die Vereine haben gestern im Pinneberger Rathaus einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Ziel ist, die Naturschönheiten in der Region mit ausgeschilderten Rad- und Wanderrouten erlebbar zu machen.

Finanziert wird das Projekt über ein Programm der Metropolregion Hamburg. Mit einem 190.000-Euro-Budget sollen fünf Kulturlandschaften der Metropolregion als Markenzeichen etabliert werden. Eine dieser Landschaften ist das Pinneberger Baumschulland.

Im Förderverein Kulturlandschaft Pinneberger Baumschulland haben sich Kommunen, Vereine und Verbände sowie wichtige Einrichtungen im Kreis Pinneberg zusammengeschlossen. Ziel ist, die  über 250-jährige Kulturlandschaft zu erhalten, zu pflegen und weiterzuentwickeln. Dazu gehört auch die touristische Erschließung. Derzeit gehören 30 Organisationen und 13 Privatleute zu den Mitgliedern.

Da scheint es naheliegend, dass der Förderverein aktiv wird. Dessen Hauptaufgabe ist, das Baumschulland als Markenzeichen des Kreises Pinneberg in den Köpfen der Menschen zu verankern. Das ist aus Sicht des Vereins identitätsstiftend. Außerdem würden so Naherholung und Tourismus gefördert. „Unsere Hauptaufgabe ist die Vernetzung. Mit den Naturfreunden sind wir schon länger in Kontakt. Nun haben wir einen passenden Anlass für eine Kooperation gefunden“, sagte Frank Schoppa, Vorsitzender des Vereins.

Das Problem aus Schoppas Sicht: Der Kreis Pinneberg hat mit dem Arboretum in Ellerhoop, dem Rosarium in Uetersen, dem Rosengarten in Pinneberg und weiteren Orten Perlen zu bieten, die einen Ausflug lohnen. Es fehle aber mit Ausnahme eines Streifens an der Elbe die Erschließung über ein attraktives Netz von Rad- und Wanderwegen. „Wir müssen unsere Kulturlandschaft aber erlebbar machen“, sagte Schoppa. Und da käme der neue Kooperationspartner ins Spiel. „Die Naturfreunde sind viel in der Region unterwegs. Sie laufen zielgerichtet, modern mit GPS und sie kennen die attraktiven Routen“, sagte Schoppa.

Rainer Naujox, Vorsitzender der Naturfreunde, kam mit Vereinsvize Wolfgang Rüscher zur Vertragsunterzeichnung. Er sagte: „Zu unseren Aufgaben gehören der Umweltschutz, sanfter Tourismus und Natursport wie Nordic Walking und Radfahren. Bäume bedeuten für mich Leben. Und über die Kulturlandschaft haben wir eine natürliche Verbindung zum Pinneberger Baumschulland.“

Die Naturfreunde wurden 1895 in Österreich gegründet, 1905 folgten die ersten deutschen Ortsvereine. Deutschlandweit gibt es heute insgesamt 70.000 Mitglieder in 600 Ortsgruppen. Die Pinneberger Naturfreunde mit heute 25 Aktiven gibt es seit 16 Jahren. Umweltschutz, sanfter Tourismus, Sport und Kultur sind ihre Themen. Es werden regelmäßig Wanderungen und Radtouren angeboten.

Bis zum Herbst 2018 sollen nun eine Rad- und eine Wanderroute durch den Kreis Pinneberg entworfen und ausgeschildert werden. Außer klassischem Infomaterial wie Flugblättern und Karte soll es auch GPS-Daten geben. Radfahrer und Wanderer können so etwa ihr Smartphone zum Navigationsgerät machen. „Wir haben aber auch die Umweltbildung im Blick“, sagte Schoppa. So sind Infotafeln zu Natur- und Baumschulthemen sowie QR-Codes für digitale Informationen geplant. Flankiert wird das ganze von Exkursionen zu Baumschulen und Naturschutzstationen sowie einer Vortragsreihe zur nachhaltigen Entwicklung der Pinneberger Kulturlandschaft.

Doch gibt es zwischen Naturfreunden und einem den Baumschulen nahestehenden Verein nicht auch Konfliktpotential? „Klar. Aber es gibt immer Konflikte, wenn man etwas anpackt. Dann muss man Kompromisse finden“, sagte Naujox. Und Schoppa ergänzte: „Die Kooperation bietet uns auch die Möglichkeit zu erklären, warum Baumschulen bestimmte Dinge tun. So lässt sich zeigen: Wir haben nichts zu verstecken.“

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