Konzert mit Hut und Charts-Hits

Die Schüler präsentierten ein buntes musikalisches Programm.
Die Schüler präsentierten ein buntes musikalisches Programm.

Der Musikzweig der Johannes-Brahms-Schule zeigte ein eindrucksvolles Sommerkonzert in der Christuskirche

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30. Juni 2018, 16:32 Uhr

„Dieses Mal war alles anders“, sagte Jula Rohde, Schulleiterin der Johannes-Brahms-Schule beim traditionellen Sommerkonzert des Musikzweiges in der Christuskirche in Pinneberg. Der Termin der mündlichen Abiturprüfung war verlegt worden. Dadurch verschob sich die Probenwoche der 160 Nachwuchsmusiker, die seit jeher die unmittelbare Vorbereitung auf das Sommerkonzert ist, bis vor die Osterferien, so die Schulleiterin weiter. Die Aufregung, insbesondere unter den Musiklehrkräften sei dadurch bis ins Unermessliche angestiegen, sagte Rohde.

All das tat der Aufführung der musikalischen Arbeitsgemeinschaften der Schule schließlich keinen Abbruch. Das Team der vier Musiklehrer Dorothea Retzler, Kirsten Wolter, Jens Holm sowie Bernd Treumann war am Ende sichtbar erleichtert und genauso begeistert wie die Zuschauer in der rappelvollen Christuskirche. Einziger Wermutstropfen der Veranstaltung war die Verabschiedung von vier Abiturienten. „Wir haben ihnen nur schweren Herzens ihre Abiturzeugnisse ausgestellt“, scherzte Treumann. Jakob Avé-Lallemand (Trompete, Gesang, Piano), Ananta Effendie (Piano, Geige) sowie Lucas Rocholl (Posaune) waren seit der fünften Klasse bei jedem Konzert dabei. Auch Abiturientin Svea Bigge (Gesang, Geige) nahm sehr oft teil. Jetzt war es für alle vier ihr letztes Mal.

Den Auftakt zum diesjährigen Sommerkonzert machte das Orchester unter der Leitung von Retzler. Mit gebastelten Papierhüten auf den Köpfen spielten die jungen Talente, von denen man sich so manches Gesicht merken sollte, eine Interpretation von „Mein Hut, der hat drei Ecken“ der Hamburger Ausnahmegeigerin Angelika Bachmann. Bei dieser eindrucksvollen Version, die wie eine Zeitreise durch die Musikgeschichte daherkommt, erlebten die Zuschauer die überschwappende Freude und große Musikleidenschaft der Dirigentin mit. Retzler schaffte es, aus ihren jungen Nachwuchstalenten sowohl die wilden Passagen des Tangos, die spannenden wie das Pink-Panther-Thema, als auch fröhliche und traurige für die Besucher fühlbar zu machen. Auch der Unterstufenchor mit Bandbegleitung unter der Leitung von Jens Holm entführte die stolzen und sichtlich bewegten Eltern in verschiedene musikalische Epochen und Stilrichtungen. Von Louis Primas „Sing, Sing“, über Max Raabes „Der perfekte Moment“ bis hin zum aktuellen Chartstürmer Ed Sheeran rockten die jungen Sänger die Christuskirche. Kaum einer im Publikum, der nicht mitwippte und insgeheim die Ohrwürmer mitsang. Anders war das bei der Percussions-AG.

Als die Nachwuchsdrummer begannen, auf den Boomwhackern, ergänzt durch lange graue Abflussrohre aus dem Baumarkt, verschiedene Rhythmen anzuschlagen, war es auf den Kirchenbänken still vor Spannung. Die Besucher waren offensichtlich beeindruckt, wie AG-Leiterin Kirsten Wolter es schaffte, aus einem Haufen Jugendlicher, einen derartigen mehrstimmigen Gleichklang herauszuholen.

Die Zuschauer konnten sich wohl denken, wie viel Disziplin, Übung, kognitive Koordination und Rhythmusgefühl die Schüler dafür mitbringen mussten, denn sie belohnten die Künstler mit großem Beifall. Einen tosenden Applaus gab es für den großen Chor und seine mehrstimmige Interpretation des Songs „Aquarius“ aus dem Musical „Hair“. Der große Chor unter der Leitung von Treumann war ursprünglich der Mittelstufe vorbehalten, wurde mittlerweile aber auch für Oberstufenschüler geöffnet.




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