Konzert hat juristisches Nachspiel

<strong>Das Elmshorner 'One'</strong> wurde am Sonntagabend zur Bühne einer Hooligan-Band.
Das Elmshorner "One" wurde am Sonntagabend zur Bühne einer Hooligan-Band.

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28. Dezember 2012, 01:14 Uhr

Elmshorn | Das Konzert der umstrittenen Band "Kategorie C" im Elmshorner "One" soll ein juristisches Nachspiel haben - aber nicht für den Veranstalter, sondern für die Antifa Pinneberg, die auf das Konzert aufmerksam gemacht hatte. Der Betreiber des "One" sagte gegenüber dieser Zeitung, dass er sich von der Antifa verleumdet fühle.

Die Antifa hatte auf ihrer Webseite Bedenken gegenüber der Agentur, die das "One" betreibt, geäußert und geschrieben, dass es nicht sein könne, dass eine Agentur sowohl ein internationales Jugendfußball-Turnier organisiere als auch "Neonazis ein Konzert in Elmshorn" ermögliche.

Der "One"-Betreiber betonte, dass er im Vorfeld nicht gewusst habe, dass an am vergangenen Sonntagabend ein Live-Auftritt geplant gewesen sei - schon gar nicht, dass es sich dabei um eine Band mit rechtem Hintergrund handele. "Kategorie C" wird der Rechtsrock-Szene zugeordnet und pflegt Kontakte zu neonazistischen Kreisen.

Robert Lüdecke von der Amadeo Antonio Stiftung, die unter anderem die Internetseite "Netz gegen Nazis" betreibt, bestätigte, dass Betreiber von Event-Locations häufig nichts darüber wüssten, dass in ihren Räumen solche Konzerte geplant seien. Insbesondere rechtsextreme Bands nutzten nur noch sehr selten bekannte Veranstaltungsorte für ihre Konzerte. Doch wenn sie das täten, investiere die rechtsradikale Szene "viel Energie und Hirnschmalz", um nicht aufzufallen. Zudem hielten die Gruppen häufig geheim, wo sie auftreten. Auch auf der Internetseite von "Kategorie C" ließ sich kein Hinweis darauf finden, dass sie im "One" auftreten werden. Lediglich ein Konzert im Großraum Hamburg wurde angekündigt, für genauere Informationen sollte man sich am Veranstaltungstag unter einer Mobilfunknummer melden.

Besitzer von Event-Locations könnten so oft tatsächlich nicht erkennen, dass es sich bei den Mietern um Mitglieder dieser Szene handele, sagte Lüdecke. "Pauschal mit den Fingern auf die Vermieter der Räume zu zeigen, in denen das Konzert stattfindet, das geht nicht", sagte er und forderte, mehr verdeckte Ermittler in die Nazi-Szene einzuschleusen und diese besser zu beobachten, denn im Gegensatz zu Gastwirten und Event-Managern seien sie im Umgang mit der rechten Szene geschult.

Der Betreiber des "One" äußerte gegenüber dieser Zeitung, dass er im Vorfeld nur gewusst habe, dass der Fremdveranstalter, an den die Diskothek vermietet wurde, eine Veranstaltung mit Deutsch-Rock plane. Über weitere Details bezüglich der Musik sei nicht gesprochen worden. In Zukunft wolle er genauer hinterfragen, welche Arten von Veranstaltungen geplant sind, wenn die Diskothek von einem Dritten gemietet werde.

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