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Pinneberger Tageblatt

21. Oktober 2017 | 21:42 Uhr

Konzept Ganztagsschule überzeugt

vom

shz.de von
erstellt am 06.Aug.2013 | 01:14 Uhr

Kreis Pinneberg | In den vergangenen zehn Jahren haben im Kreis Pinneberg 39 Schulen einen Ganztagsbetrieb aufgenommen. Ein Grund dafür ist, dass zwischen 2003 und 2009 die Bundesregierung den Ausbau von Ganztagsschulen in Deutschland mit insgesamt vier Milliarden Euro mit dem Investitionsprogramm "Zukunft Bildung und Betreuung" förderte.

Der Trend zur Ganztagsschule ist jedoch nicht abgebrochen: Drei Grundschulen in Tornesch, Klein Nordende und Heidgraben bieten in diesem Schuljahr erstmals ein offenes Ganztagsangebot an.

"Das Ganztagssystem ist sehr gut angenommen worden. Und eigentlich überlegen im Kreis alle Grundschulen, auf einen Ganztagsbetrieb umzustellen", sagte Kreisschulrat Michael Doppke im Gespräch mit dieser Zeitung. Doch häufig scheitere der Weg zur gebundenen Ganztagsschule an den Bedingungen. Eine Mensa, mehr Personal, zusätzliche Räume - das alles koste Geld. Und daran mangele es vielen Kommunen.

Der Wunsch nach mehr Ganztagsbetreuung wird jedoch nicht nur von denSchulen selbst, sondern auch von den Eltern im Kreis Pinneberg geäußert. "Das Modell Ganztagsschule ist absolut erstrebenswert", äußerte sich Olaf Trutzel im Gespräch mit dieser Zeitung. Trutzel ist stellvertretender Vorsitzender des Kreiselternbeirats der Gemeinschaftsschulen. Er sieht Ganztagsschulen als Chance, um jedem Kind zu ermöglichen, sein Potenzial zu entfalten. Trutzel sprach sich vor allem für mehr gebundene Ganztagsschulen aus, denn diese hätten mehr Möglichkeiten, die Taktung des Schulalltags zu verändern. So sei es beispielsweise möglich, den Fachunterricht erst später zu beginnen. "Während der Pubertät sind Jugendliche um neun Uhr oft noch nicht aufnahmefähig. Ihnen komme es entgegen, wenn sie erst um elf mit dem Lernen anfangen müssten", so Trutzel.


Eltern wünschen sich ganztägige Betreuung

Zudem hätten gebundene Ganztagsschulen den Vorteil, dass alle Kinder dort gleichermaßen betreut würden. "In den offenen Ganztagsschulen ist die Nachmittagsbetreuung opitonal und muss von den Eltern mitfinanziert werden. Dadurch haben Besserverdiene wieder einen Vorteil, was die Betreuung ihrer Kinder betrifft". so Trutzel. Dies sei in gebundenen Ganztagsschulen anders.

Auch Andreas Kamin, Vorsitzender des Kreiselternbeirats der Gymnasien, sieht die Vorteile von Ganztagsschulen. "Gerade jüngere Kinder benötigen tagsüber eine verlässliche Betreuung, die berufstätige Eltern nicht immer leisten können", sagter er im Gespräch mit dieser Zeitung.

Auf Dauer könne Kamin sich jedoch vorstellen, dass auch in Deutschland der Nachmittagsunterricht zum Standard werde "wie in vielen Nachbarstaaten". Bislang habe er von Eltern nur Positives über Ganztagsschulen gehört. Doch er rechne damit, dass es mehr kritische Stimmen gebe, sobald der ganztägige Unterricht verpflichtend werde. Denn dann könnten Eltern nicht mehr selbst entscheiden, ob ihre Kinder mittags nach Haus kämen oder auch nachmittags in der Schule betreut würden.

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