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Anstoss – Die HSV-Kolumne : Kontrolleure außer Kontrolle

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Lars Zimmermann über die aktuelle Situation beim HSV.

Hamburg | Was unterscheidet den HSV von „Dallas“ und dem „Denver Clan“? In den beiden TV-Klassikern ging es wesentlich harmonischer als beim Bundesliga-Dino zu. Was sich bei den Hamburgern in dieser Woche abspielte, ist einfach unfassbar. Als HSV-Anhänger ist man ja Kummer und Intrigen gewohnt. Bisher blieb als Trost, dass es wenigstens bei 1860 München noch chaotischer zugeht. Selbst diese Gewissheit ist nun in Frage gestellt. Den typischen Hanseaten wird gemeinhin Verlässlichkeit, Seriosität und Bedächtigkeit nachgesagt. Von diesen Eigenschaften ist beim HSV momentan nichts zu erkennen.

Schuld daran ist hauptsächlich der Aufsichtsrat, der den Dino zielsicher Richtung Abgrund steuert. Einigen Mitgliedern dieses Gremiums sind persönliche Eitelkeiten wichtiger als die Zukunft des Vereins. Wie Dietmar Beiersdorfer abserviert wurde, ist eine Frechheit. Dass er nun auch noch als Sportchef im Gespräch ist, unterstreicht die Plan- und Hilflosigkeit des völlig außer Kontrolle geratenen Kontrollgremiums. Der Aufsichtsrat wirft Beiersdorfer einerseits vor, dass er nicht in der Lage ist, den HSV in die Zukunft zu führen, lässt ihn aber andererseits weiter den Kader planen. Beiersdorfer selbst hat sicherlich viele Fehler gemacht. Ihm nimmt man aber als einem der wenigen zumindest ab, dass ihm der HSV tatsächlich am Herzen liegt. Nur deshalb nimmt er die unwürdige Posse um seine Person in Kauf.

Zumindest der neue Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen könnte immerhin die richtige Wahl sein. Er ist dafür bekannt, dass er unaufgeregt arbeitet. Während seiner Zeit in  Frankfurt hat er bewiesen, dass er in einem unruhigen Umfeld für geordnete Verhältnisse sorgen kann. Diese Fähigkeit wird in Hamburg mehr denn je gebraucht.

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erstellt am 18.Dez.2016 | 10:00 Uhr

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