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Vattenfall-Gelände Wedel : Kontamination im Wohngebiet durch Raffinerie-Altlasten ausgeschlossen

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Kontamination durch Raffinerie-Altlasten ausgeschlossen.

shz.de von
erstellt am 05.Mär.2015 | 16:00 Uhr

Wedel | Die Linke-Forderung nach einer Untersuchung der Wohnbebauung am Kraftwerk auf Bodenverunreinigungen durch das ehemalige Raffinerie- und Ölfabrikgelände: Ihr wird selbst der Boden entzogen, bevor ein entsprechender Antrag zur Abstimmung kommt. Auf Tageblatt-Anfrage beim zuständigen Fachdienst Umwelt des Kreises Pinneberg sagte gestern Kreissprecher Oliver Carstens: Auf Grund der Fließrichtung des Grundwasserleiters und der Entfernung der Häuser zu dem Sanierungsgebiet am Elbufer „kann eine Kontamination im Wohngebiet ausgeschlossen werden“.

Wie berichtet hatte die Linke die Veröffentlichungen über Belastungen des Vattenfall-Geländes östlich der Wohnhäuser zum Anlass für ihren Antrag genommen, den Fraktionsvertreter Dieter Strüven Dienstagabend stellte. Gutachten würden Grundwasserbelastungen des Kraftwerksareals mit leichtflüchtigen Halogen-Kohlenwasserstoffen und Benzol belegen, heißt es etwa in einer Senatsantwort auf eine Anfrage der Hamburger Grünen.

Zudem ist von einer eindeutig ausgewiesenen Fließrichtung des belasteten zweiten Grundwasserleiters von ehemaligen Raffinerie-Gelände in Richtung Westen zum Kraftwerksgrundstück die Rede. Und: Die Zusammensetzung der Stoffkomponenten des Grundwasserleiters ließen auf eine Quelle schießen.

Das und Berichte über einen früheren Auffangbrunnen für kontaminiertes Wasser beim Kraftwerk hatte die Linke zu dem Schluss gebracht: Es müsse befürchtet werden, dass auch die westlich anschließenden benachbarten Wohngrundstücke belastet sind.

Dem tritt die Stadt Wedel entgegen: Es sei in keiner Weise festgestellt worden, dass von der seit zwei Jahren bekannten Verunreinigung des Bodens auf dem Kraftwerksgelände eine Gefahr ausgehe, heißt es in einer gestern veröffentlichten Pressemitteilung. Zudem sei nach derzeitigen Erkenntnissen der Stadt kein verbindlicher Nachweis erbracht, dass die festgestellten Verunreinigungen ihren Ursprung auf dem städtischen Gelände haben.

Vattenfall aktualisiert Untersuchungen

Diesen Schluss legen allerdings Untersuchungen von Vattenfall selbst sehr wohl nah, wie Wedels Bürgermeister Niels Schmidt auf Nachfrage erklärte. Die Stadt und ihre Sanierungsberater hätten allerdings Zweifel daran und würden ihrerseits diese Ergebnisse prüfen. Und auch Vattenfall aktualisiere derzeit aufgrund der öffentlichen Diskussionen erneut ihre Untersuchungen, so Schmidt – unaufgeregt. Es gebe weder eine neue Erkenntnislage, noch Sanierungsforderungen des Kreises für das Kraftwerks-Gelände. Und es gebe auch keinerlei Ansprüche von Vattenfall an die Stadt in dieser Angelegenheit, so der Verwaltungschef.

Kreissprecher Carstens bestätigte, dass Vattenfall an einem neuen Bericht bezüglich der Bodenbelastung arbeite. Aus bisherigen Ergebnissen habe sich weiterer Untersuchungsbedarf ergeben. Speziell die Frage einer möglichen Auswirkung der Kontamination des Grundstücks, das Wedel von Exxon zwecks Sanierung übernommen hat, auf das Kraftwerksgelände werde geprüft.

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