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Pinneberger Tageblatt

11. Dezember 2017 | 15:02 Uhr

Kompromiss im Kita-Streit

vom

shz.de von
erstellt am 17.Mai.2013 | 01:14 Uhr

pinneberg | Die neuen Kita-Richtlinien der Stadt Pinneberg haben schon für mächtig Wirbel gesorgt. Die Kreiselternvertretung (KEV) organisierte Podiumsdiskussionen, die Kita-Träger weigerten sich, die neuen Finanzierungsverträge zu unterschreiben. Die Vorwürfe an Politik und Verwaltung: Es werde an der falschen Stelle gespart, die Flexibiliät bei der Betreuung gehe verloren, den Trägern würden zu hohe Kosten für Personal und Renovierungen aufgebürdet und das alles, ohne die Betroffenen richtig einzubeziehen.

Jetzt ist ein wichtiger Schritt zu neuen Richtlinien gemacht. Diese Woche beschloss der Sozialausschuss eine neue Fassung der Richtlinien - einstimmig. In einigen Punkten hat sich die Stadt dabei auf die Träger zubewegt:

Beim Unterhalt der Kita-Gebäude will die Stadt weiterhin nur noch 50 Prozent der Kosten übernehmen. "In begründeten Einzelfällen kann es aber Ausnahmen geben", so Ausschussmitglied Bernd Hinrichs (CDU).

Die Anpassung von Zuschüssen für Personal- und Sachkosten erfolgt nun schneller und auch rückwirkend. Hinrichs: "Da sind wir allen Trägern einen Schritt entgegengekommen."

Bietet eine Kita Sonderdienste außerhalb der neuen Betreuungsdienste, erhält der Träger zunächst weiterhin eine Pauschale. Ursprünglich hatte die Stadt nach betreuten Kindern abrechnen wollen. Oliver Schröder, Leiter des Fachdienstes Schulen und Kindergärten: "Die Träger haben uns erklärt, dass sie einen finanziellen Puffer benötigen." Die Stadt will allerdings stichprobenartig überprüfen, wieviele Kinder jeweils betreut werden.

Die Kernöffnungszeiten werden weiter auf 48 Wochen pro Kalenderjahr reduziert. Kitas können also nicht mehr einfach das ganze Jahr geöffnet bleiben. Pro Einrichtung finanziert die Stadt jedoch eine Feriengruppe.

Hinrichs ist mit dem Erreichten zufrieden. "Das ist ein wichtiger Zwischenschritt - und wir sind alle friedlich auseinandergegangen." Dabei waren vor der Entscheidung des Ausschusses zwei Beratungsgespräche zwischen Trägern und Stadt geplatzt. Hinrichs: "Wir haben es zweimal versucht, doch die Träger konnten nicht kommen."

Helga Grüne-Ostmeier von der Kita Waldstraße - dem von den Änderungen am stärksten betroffenen Träger - kann Hinrichs Zufriedenheit nicht ganz teilen. "Durch den Wegfall der ganzjährigen Öffnungzeiten und der Kürzung der Kernöffnungszeiten verlieren wir unsere Flexibilität." Eltern müssten nun überflüssige Betreuungsstunden buchen.

"Das Entgegenkommen bei der Anpassung der Personalkosten finde ich gut." Auch die veränderte Feriengruppenregelung findet die Zustimmung von Grüne-Ostmeier. "Letztlich bin ich froh, dass wir nun eine Ebene haben, auf der wir arbeiten können." Nun sei die Kita Waldstraße bereit, die neuen Finanzierungsverträge zu unterschreiben. Zunächst müssen aber Finanzausschuss und die Ratsversammlung die neue Beschlussvorlage absegnen.

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