Kommt der Schwerlastverkehr?

Noch dürfen keine 40-Tonner Richtung Norderstedt fahren. Ob ein neuerliches Gutachen dies auf Dauer verhindern kann, ist allerdings fraglich
Noch dürfen keine 40-Tonner Richtung Norderstedt fahren. Ob ein neuerliches Gutachen dies auf Dauer verhindern kann, ist allerdings fraglich

Erneut Gutachten über die Tragfähigkeit des Garstedter Wegs in Auftrag gegeben / Kreis wartet Ergebnis ab

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04. Oktober 2018, 16:00 Uhr

Noch bevor die neue Brücke zwischen Hasloh und Norderstedt gebaut wurde, machten sich die Politiker bereits 2012 Gedanken darüber, ob der Garstedter Weg Schaden nehmen wird, wenn künftig Lkw mit bis zu 40 Tonnen Gewicht die Straße nutzen. Denn bislang war aufgrund der zu geringen Tragfähigkeit der Brücke diese Streck nur für Fahrzeuge bis maximal 16 Tonnen zugelassen.

Nun soll erneut ein Gutachten feststellen, wie es um den Zustand der Straße bestellt ist. Ein entsprechender Auftrag der Gemeindevertreter ging an die Verwaltungsgemeinschaft, die derzeit damit beschäftigt ist, Angebote einzuholen. „Wenn möglich, wollen wir das noch in diesem Monat erledigen. Bis Ende des Jahres soll das auf jeden Fall erledigt sein“, gab Uwe Scharpenberg, Fachbereichsleiter Tiefbauten und Kommunalbetriebe bekannt. Er rechne allerdings nicht damit, dass die Beschränkung bleibt..

Bereits 2012 hatte die Gemeinde ein Gutachten in Auftrag gegeben, um den Zustand und die Tragfähigkeit der Straße überprüfen zu lassen. An insgesamt fünf Stellen wurde dabei die Dicke der Deck- und die der Asphalttragschicht gemessen. Das Ergebnis: Bei vier von fünf Entnahmestellen wurde die Mindestschichtdicke für Straßen der Bauklasse IV eingehalten.

Doch bei zwei von fünf entnommenen Bohrkernen konnten Risse und Lagen, zwischen denen der Verbund fehlt, festgestellt werden. Die Mindestdicke des frostsicheren Oberbaus wiederum wurde bei allen fünf Stationen erfüllt.

Das Fazit des Gutachten lautete damals: „Tritt eine Zunahme des Schwerverkehrs für den Garstedter Weg um praktisch mehr als zirka 60 Prozent ein, kann nicht ausgeschlossen werden, dass die vorhandenen Rissbildungen weiter voran schreiten und lokal neue Schäden auftreten.“

Für den Fachdienst Straßenbau und Verkehrssicherheit des Kreises Pinneberg reicht das jedoch nicht aus. In einer Anordnung vom 20. Juli heißt es: „Verifizierte Erkenntnisse, dass die Tragfähigkeit des Garstedter Wegs für die Nutzung durch den Schwerlastverkehr nicht ausreicht oder (mit-) ursächlich für die Anordnung der Gewichtsbeschränkung auf 16 Tonnen war, liegen hier nicht vor.“ Auch habe die Gemeinde Hasloh nach Aufforderung weder entsprechende Nachweise vorgelegt noch zumindest avisiert.

Der fristgerechte Widerspruch wanderte prompt aus dem Quickborner Rathaus nach Elmshorn ins Kreishaus, auch eine Begründung soll nach Informationen unserer Zeitung dort inzwischen vorliegen. „Wir warten jetzt das Gutachten ab und werden vorher nicht tätig“, teilte Kreissprecher Oliver Carstens auf Anfrage mit.

Scharpenberg stellt indes fest: „Das erste Gutachten besagt, dass die Straße tragfähig ist. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass sich daran etwas Wesentliches geändert hat.“ Sollte die Straße signifikante Vorschädigungen an der Oberfläche haben, sei es die Aufgabe der Gemeinde, diese reparieren zu lassen, um weitere Schäden zu verhindern. Spätestens danach stehe den schweren Lkw nichts mehr im Weg.

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