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Pinneberger Tageblatt

17. August 2017 | 23:53 Uhr

Halstenbek : Königinnen bitten zur Audienz

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Queenz of Piano spielen in der Aula des Wolfgang-Borchert-Gymnasiums kokett mit dem Publikum. Konzert mit Witz und Selbstironie.

Halstenbek | Die Aula des Wolfgang-Borchert-Gymnasiums war gerammelt voll, als das Duo Queenz of Piano am Freitagabend zur Audienz bat. Mit ihrem Programm „TastaTour“ sind die Musikerinnen Jennifer Rüth und Anne Folger derzeit in ganz Deutschland unterwegs. Der Kulturkreis Halstenbek hatte sie in die Schule geholt. „Das war nur möglich, weil uns Yamaha den zweiten Flügel zur Verfügung gestellt hat“, freute sich die Vereinsvorsitzende Tamara Boenigk, die das Publikum begrüßte.

Die beiden Musikerinnen, wie immer im Partnerlook, spielten kokett mit dem Publikum, das sich nicht einfach passiv auf den Konzertstühlen zurücklehnen durfte: Erst mussten die Zuhörer aufstehen und Fragen beantworten, später beim Musik-Krimi mit Gärtner Strauß und Kommissar Schumannski Komponistennamen erraten und zu guter Letzt als Chor aktiv werden.

Mit viel Witz, aber auch Selbstironie, nahmen die „promovierten, überzertifizierten Konzertklimperinnen“ die Ernsthaftigkeit der Klassik aufs Korn. Bei Mozarts „Rondo Alla Turca“ wurde etwa ein eiserner Sparkurs gefahren, um Ressourcenverschwendung, Materialabnutzung und Verschleißerscheinungen zu minimieren. „Das Seitenthema wird gestrichen. Wer spielt Halbtöne, wenn man auch Ganztöne spielen kann? Und die Kreuze müssen raus, das ist christliche Symbolik. Pedal? Kürzer treten“, erläuterte Rüth dem Publikum den Vorgang. „Was Sie nun hören ist die Vollsparversion von Wolfgang Amadeus Mozarts drittem Satz der Klaviersonate Nummer elf in A-Dur minus drei Kreuze“, lautete die Zusammenfassung von Folger und, um dem Sparkonzept noch Nachdruck zu verleihen, wurde auch gleich das Licht noch ausgeschaltet. Dem noch etwa fünf Sekunden langen Stück folgte eine weitere Variante im Swingstil.

Weitere Höhepunkte: Michael Jacksons „Thriller“, Astor Piazzollas „Libertango“ und die Musik zu „Die glorreichen Sieben“. Timing, Phrasierung und Ausdruck – alles auf den Punkt. Besonders das Synchronspiel in rasendem Tempo an den beiden gegenübergestellten Flügeln verblüffte. Ihre Fingerfertigkeit bewiesen die Damen aber vor allem mit akrobatischen Einlagen: Sie spielten mit dem Rücken zum Klavier oder sogar auf dem Hocker liegend. Für Überraschungen sorgte nicht nur der frische Ansatz und die Akrobatik, sondern auch der Klang: Mit Kämmen, Plektren oder auch Milchaufschäumern bearbeiteten die Königinnen der Tasten ebenfalls die Saiten oder benutzten die Holzrahmen als Percussioninstrumente. Das begeisterte Publikum bedankte sich mit Bravorufen und Applaus. Boenigk strahlte: „Das war ein hervorragender Abend.“

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erstellt am 13.Okt.2014 | 16:00 Uhr

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