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Pinneberger Tageblatt

21. Oktober 2017 | 16:32 Uhr

Halstenbek : Knallhart und kein Kuschelkurs

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Nein zu weiterem Gewerbe im Ort: „Bürgerinitiative Lebensqualität“ kämpft für Wohnkomfort im Bereich Verbindungsweg.

shz.de von
erstellt am 15.Jan.2014 | 12:00 Uhr

Die geplante Erweiterung des Gewerbegebiets am Halstenbeker Verbindungsweg/Ecke Bahndamm ist noch längst nicht vom Tisch. Nach dem Schlingerkurs der Gemeinde (diese Zeitung berichtete) wurde am Montagabend die bereits im Dezember angekündigte Gründung einer „Bürgerinitiative Lebensqualität“ (Lebens- und Wohnqualität im Lindenhof - Haselweg - Verbindungsweg) beschlossen.

Etwa 60 Bürger aus diesem Gebiet sowie angrenzenden Straßen waren einer Einladung des elfköpfigen Kernteams zur Gründungsversammlung in die „Arche Noah“ gefolgt und sicherten ihre Unterstützung zu. Mehr als 20 Anwohner erklärten sich zur aktiven Mitarbeit bereit.

Vorausgegangen waren detaillierte Darstellungen der jetzigen sowie zu erwartenden Situation durch Mitglieder des Kernteams sowie zahlreichen Wortmeldungen aus dem Publikum.

Nach den Ausführungen von Peter Schuhmacher vom Kernteam habe bereits die bis zum Limit ausgeschöpfte Ansiedlung von Gewerbe am Bahndamm zu einer Verschlechterung der Wohn- und Lebensqualität im angrenzenden Wohngebiet geführt. „Schon jetzt sind Schulkinder, Fußgänger und Radfahrer im Verbindungsweg und Am Bahndamm nicht mehr sicher“, so Schuhmacher. Das alles würde sich durch die Ansiedlung von weiterem Gewerbegebiet noch verschlechtern. Befürchtet werde eine komplette Sperrung des Verbindungswegs zwischen Haselweg und „Am Bahndamm“. Diese hätte die Belastung anderer Straßen zufolge, die dafür aber nicht ausgestattet seien.

Zu den Zielen der BI gehört die Ablehnung der von der Gemeinde geplanten Erweiterung der Gewerbegebiete. Gefordert werden Maßnahmen, um die Folgen der bisherigen Gewerbeansiedlung durch geeignete Maßnahmen auszugleichen oder abzumildern. Dabei wird erwartet, dass die Gemeinde Halstenbek die BI bei den Beratungen über ein gesamtheitliches Konzept für das Wohngebiet einbezieht, und zwar bereits vor der Bauleitplanung.

Die BI sieht sich zunächst als eine formlose Vertretung, von der die Interessen der Bürger gegenüber der Gemeinde und den Parteien formuliert werden. Sofern ein Dialog nicht zu Stande kommt, sollen alle rechtlichen Mittel ausgeschöpft werden, um eine weitere Gewerbeansiedlung zu verhindern. Dazu gehört ein Normen-Kontroll-Verfahren, auf das nach Ansicht des Zuhörers Hans Planeth hinauslaufen wird.

Weitere Stimmen aus dem Publikum erinnerten an den Erfolg einer BI, die in den 70er-Jahren im Zusammenhang mit der Lübzer Straße entstand. Sie sprach sich für eine Umwidmung von Baumschulgelände in Gewerbegebiet aus und empfahl, den Kontakt zu Politikern und Fraktionsvorsitzenden zu suchen. Wichtig sei „ein knallhartes Vorgehen und kein Kuschelkurs“.

Zu guter Letzt wurde auf die Bauausschusssitzung am Dienstag, 21. Januar, 19 Uhr in der Schule an der Beek verwiesen. Auf der Tagesordnung: das neue Gewerbegebiet. Die Teilnahme sollte Pflicht sein.

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