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Ermittlungserfolg beim LKA : Knall-Serie in Pinneberg teilweise aufgeklärt

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Rätselhafte Knallgeräusche waren seit Frühjahr immer wieder in Pinneberg zu hören - einige Fälle konnte das LKA aufklären. Es handelte sich um Jugendliche und Männer, die mit „Polenböllern“ und anderer illegaler Pyrotechnik hantierten.

shz.de von
erstellt am 17.Dez.2013 | 13:29 Uhr

Pinneberg | Seit Frühjahr rätselt Pinneberg um laute, meist nächtliche Knallgeräusche, die die Anwohner aufschrecken lassen. Zunächst konnte sich niemand die Geräusche erklären. Jetzt sind die Sprengstoffermittler in der Aufklärung der Explosionen ein gutes Stück vorangekommen. Nach einem Zeugenaufruf am 15. Oktober gingen zahlreiche Hinweise bei der Polizei ein. Die Ermittler des Landeskriminalamtes (LKA) und der Pinneberger Polizei konnten daraufhin die Umstände einzelner Explosionen aufbereiten, so dass die Staatsanwaltschaft Itzehoe diverse Ermittlungsverfahren einleitete. Es gelang, mehrere Taten aufzuhellen. Es handelt sich in den Fällen jeweils um Einzeltäter. Wie viele Explosionen es in Pinneberg insgesamt gab, kann LKA-Sprecher Stefan Jung nicht sagen. „Es waren sehr sehr viele“, sagt er.

Am 16. Oktober durchsuchten Sprengstoffermittler des LKA die Wohnung eines 25-jährigen Pinnebergers. Dieser hatte zuvor auf einem Youtube-Channel unter Pseudonym diverse selbstgedrehte Videos eingestellt, die die Sprengung verschiedener legaler und illegaler Pyrotechnik zeigten. Durch weitere Internetrecherchen und Auswertung der Videos konnte der Mann ermittelt werden. Bei der Durchsuchung wurden diverse pyrotechnische Gegenstände sichergestellt, die er nicht besitzen durfte.

In einem „Böller“-Fall wurde ein Mädchen verletzt. In den Abendstunden des 31. Oktobers warf ein Mann im Bereich der Richard-Köhn-Straße der 13-Jährigen einen Böller vor die Füße. Der zunächst Unbekannte war „böllernd“ durch die Straßen gezogen und nutzte dabei die besonders lauten „Polenböller“. Einen entzündeten Böller warf er dem Mädchen vor die Füße. Der Böller explodierte und das Mädchen erlitt Kopfschmerzen, Druck auf den Ohren und Tinitus. Beamte des Polizeireviers Pinneberg ermittelten einen 43-jährigen Tatverdächtigen und nahmen ihn noch am Abend im Stadtgebiet vorläufig fest. Der Mann stand unter Alkoholeinfluss. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung konnte eine größere Anzahl von „Polenböllern“ sichergestellt werden.

Die bislang größte Menge von Pyrotechnik im Raum Pinneberg stellten die Beamten am 10. Dezember bei einem 17-jährigen Jugendlichen aus Rellingen sicher. Dieser hatte sich zuvor über das Internet mehrere große Kartons mit Kugelbomben für Großfeuerwerke, Bengalische Feuer und illegale Sprengkörper aus Polen liefern lassen. Insgesamt wurden über 30 Kilogramm Pyrotechnik, darunter mehrere Tausend „Polenböller“, sichergestellt. Im Vorwege hatte der Jugendliche versucht, Kaufinteressenten für seine illegale Ware zu finden. Die Beamten waren durch einen konkreten Zeugenhinweis auf den Jugendlichen aufmerksam geworden.

Zwei unabhängig voneinander erhaltene Hinweise führten die Ermittler auf die Spur eines 46-jährigen Mannes aus Pinneberg. Bei der Durchsuchung der Wohnung am 5. November fanden die Ermittler allerdings keine illegale Pyrotechnik. Der Beschuldigte, der bereits in der Vergangenheit einschlägig wegen Sprengstoffdelikten in Erscheinung getreten war, schwieg. Über weitere  Ermittlungen nach der ersten Durchsuchung machten die Ermittler aber eine in einem Lagergebäude eingerichtete Werkstatt auf dem Land ausfindig. Diese Werkstatt durchsuchten die Beamten am 12. Dezember und beschlagnahmten dort legale Pyrotechnik sowie metallische Materialien, die zur Herstellung von Sprengkörpern dienen könnten. Eine kriminaltechnische Untersuchung wird nun vorgenommen.

Die Ermittlungen in den Fällen werden fortgesetzt. Das LKA bittet Einwohner in Pinneberg darum, weitere auffällige Beobachtungen unter der Nummer 0431-16061111, bei der Polizei in Pinneberg unter 04101-2020 oder über den Polizeiruf 110 zu melden.

Explosionsartige Knallgeräusche hatten seit dem Frühjahr regelmäßig Bewohner im Stadtgebiet Pinnebergs aus dem Schlaf schrecken und nicht mehr zur Ruhe kommen lassen. Besonders aus den Bereichen Quellental, im Umfeld der Mühlenau und in Fahlt meldeten besorgte Bürger diese teilweise ohrenbetäubenden Knallgeräusche, die sich zumeist am Wochenende in den Nacht- und frühen Morgenstunden ereigneten. Die Knall-Meldungen sind in den vergangenen Wochen zwar seltener geworden, doch aufgehört haben sie nicht. Erst am Wochenende wurden erneut Knall-Geräusche gemeldet.

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