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Pinneberger Tageblatt

18. November 2017 | 09:42 Uhr

Klebepunkte helfen bei der Parteisuche

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Politik Wahl-O-Mat macht in Pinneberg Halt

shz.de von
erstellt am 13.Sep.2017 | 16:00 Uhr

In anderthalb Wochen ist Bundestagswahl und der Wahl-O-Mat soll Unentschlossenen helfen, die richtige Partei für ihre Stimme zu finden – auch jenseits von Bildschirmen und Klicks: Gestern standen drei Teamer des Landesbeauftragten für politische Bildung mit riesigen gelben Stellwänden und Klebepunkten auf dem Pinneberger Markt vor der Drostei parat. 38 Thesen – dieselben, die auch online zu finden sind – konnten mit Ja- oder Nein-Aufklebern versehen werden. „Die Fragen haben auch 32        der 33 Parteien mit Landesliste beantwortet, sodass die Antworten abgeglichen und ausgewertet werden“, erläuterte Sherin Bohnhoff, die mit dem analogen Wahl-O-Mat durch Schleswig-Holstein zieht. Ganz ohne Maschine ging es dann aber doch nicht: Die Auswertung übernahm ein Scanner, der innerhalb von Sekunden anhand der fehlenden Klebepunkte auf dem Bogen ein Ergebnis ausspuckte. Die gelben Stellwände mit den bunten Punkten lockten die Marktbesucher an. Leonore von Thun aus Pinneberg nahm sich einen Bogen und arbeitete die 38 Thesen ab – obwohl sie eigentlich schon wusste, wer am 24. September ihre Stimme erhalten soll. „Ich mache das aus Interesse“, sagte sie. Ähnlich war es bei Andreas Kohn, der schon per Briefwahl abgestimmt hat und trotzdem neugierig war. So ist es auch gedacht: „Das Ergebnis ist keine Wahlempfehlung, das kann dieses Medium nicht leisten“, erläuterte Bohnhoff. Das Resultat überrascht einige und gerade Schüler fragen sich laut Bohnhoff öfters, wie es zustande kommt. Wer den Test im Internet macht, bekommt genau dazu auch eine Erklärung geliefert – vor Ort bleibt die Diskussion mit den Teamern.

Der Wahl-O-Mat soll zur Auseinandersetzung mit den politischen Programmen der Parteien animieren. „Es gibt beispielsweise viele Gewohnheitswähler“, sagte Bohnhoff. Und auch junge Leute sollen sich mit Wahlprogrammen und Parteien beschäftigen: Acht Schulklassen hatten sich in Pinneberg im Vorfeld angemeldet. „Das ist ganz gut“, sagte Bohnhoff. In vielen anderen Städten sei das schulische Interesse nicht so groß gewesen. „Der Wahl-O-Mat wird ganz unterschiedlich angenommen, aber viele Teilnehmer haben Diskussionsbedarf, junge und alte.“

Das Ergebnis war nur für die Teilnehmer bestimmt – es wird weder gespeichert, noch ist eine repräsentative Auswertung möglich. Aber die Klebepunkte an den Stellwänden gaben ein grobes Stimmungsbild. So waren gestern Morgen hauptsächlich Nein-Stimmen bei These 24 zu finden: „Soll es wieder eine nationale Währung für Deutschland geben?“ Zustimmung fand hingegen der „Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung“ und auch „Leistungskürzungen für Flüchtlinge“ war mit vielen Ja-Stimmen dabei. > 

www-wahl-o-mat.de

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