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Pinneberger Tageblatt

23. Oktober 2017 | 10:19 Uhr

Pinneberg : Klavierkonzert der Superlative

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Pianist Severin von Eckardstein ist Träger eines der bedeutendsten Musikpreise. Am 31. Oktober spielt er beim Pinneberger Kulturverein.

shz.de von
erstellt am 13.Okt.2014 | 16:15 Uhr

Pinneberg | „Das wird der Höhepunkt des Jahres“, so kündigt Cord Garben das nächste Konzert des Pinneberger Kulturvereins an. Am Freitag, 31. Oktober, kommt Severin von Eckardstein, Pianist und Preisträger eines der bedeutendsten Musikpreise der Welt, dem Concours Reine Elisabeth, in den Ratssaal. Laut Garben, Musikalischer Leiter des Vereins, ist von Eckardstein einer der wichtigsten Pianisten Deutschlands.

Unter Kennern wird von Eckardstein, um den es in der Öffentlichkeit etwas ruhiger als um andere Musiker seines Kalibers ist, seit langem als Ausnahmetalent gefeiert. Ab 20 Uhr präsentiert er während des Pinneberger Konzerts Klavierliteratur der Romantik und Moderne.

Von Eckardstein hat Werke von Franz Schubert, Maurice Ravel, Alban Berg, Claude Debussy und Robert Schumann im Gepäck. Schuberts Sonate a-Moll D 784 von 1822 ist ein Werk des Übergangs in Schuberts Schaffen. Geprägt von dynamischen Ausbrüchen, schnellen rhythmischen Passagen und lähmenden Tonrepetitionen im tiefen Register kommt es als ein Werk der Gegensätze daher.

Ravels impressionistische, sanft plätschernde Sonatine von 1905 setzt mit beschwingter Leichtigkeit einen Kontrast dazu. Der aufbrausende dritte Satz, „Animé“, gilt als extrem anspruchsvoll. Angeblich konnte Ravel selbst ihn nicht spielen und ließ ihn bei Konzerten aus. Bergs Sonate op. 1, die auch sein einziges Klavierwerk mit Opuszahl ist, gehört wieder zu einem völlig anderen Lager: Zwar ist das expressionistische Werk von 1910 nicht atonal, aber trotzdem arbeitet es mit Chromatismus und rasch wechselnden harmonischen Zentren, sodass eine wabernde Instabilität zwischen schön und schaurig entsteht. Mit Debussy und einer Auswahl aus seinen Préludes geht es zurück nach Frankreich und zur sanft murmelnden Tonsprache des Impressionismus.

Der Kreis zur deutschen Romantik schließt sich mit Schumanns Kreisleriana op. 16. Eigentlich angelehnt an E. T. A. Hoffmanns Erzählung „Kreisleriana“ und die Figur des Kapellmeisters Kreisler soll Schumann jedoch auch ein musikalisches Selbstportrait in den acht Sätzen verarbeitet haben. Der Klavierzyklus von 1838 gilt als einer der schwierigsten überhaupt.

Mit diesem anspruchsvollen Programm, das hervorragend sein kontrastreiches Spiel in den Vordergrund stellt, hat von Eckardstein eine wahre Tour de Force auf dem Notenpult. Der Vorverkauf hat begonnen. Tickets zu 15 Euro sind beim Bücherwurm, Dingstätte 24, zu erwerben oder zu reservieren unter Telefon 04101-23211. Beim vergangenen Konzert des Vereins gab es auch an der Abendkasse Karten.

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