zur Navigation springen
Pinneberger Tageblatt

18. August 2017 | 01:12 Uhr

Pinneberg : Klares Nein zum Fahlt-Durchstich

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Trotz Rehmenfeld-Planung: Vier Ratsfraktionen erteilen der Verlängerung der Burmeisterallee eine Absage. Die CDU will die Option diskutieren.

Pinneberg | Für viele ist er ein Schreckgespenst, für andere ein legitimes Mittel gegen den drohenden Verkehrsinfarkt in Pinneberg. Der so genannte Fahlt-Durchstich erhitzt seit Jahren die Gemüter. Jetzt, da die Weichen für eine Entwicklung des zwischen am Fahltrand gelegenen Rehmenfelds gestellt sind, ist das Thema wieder in aller Munde. Wird das neue Wohn- und Gewerbegebiet zum Türöffner für den Bau der Straße durch den Stadtwald? Unsere Zeitung fragte bei Politikern aller im Rat vertretenen Fraktionen nach. Tenor ist ein klares Nein zum Fahlt-Durchstich.

SPD-Bauexperte Gerhard Thomssen findet deutliche Worte: „Wir denken gar nicht an einen Durchstich.“ In den vergangenen Jahren habe sich das Meinungsbild in seiner Partei dahingehend verfestigt. Das Nein der Sozialdemokraten sei in deren aktuellem Wahlprogramm nachzulesen. „Dabei bleibt es, da kann kommen, was will.“ Bezüglich der Rehmenfeld-Entwicklung mahnt Thomssen zur Besonnenheit: „Warten wir doch erstmal ab, was die Planung ergibt.“ Erst kürzlich hatte der Ausschuss für Stadtentwicklung die Bauverwaltung beauftragt, am Konzept für die Entwicklung des Areals zu feilen. Das Ergebnis dieser Planung muss Uwe Lange, Fraktionsvorsitzender der Wählergemeinschaft Die Bürgernahen, gar nicht abwarten: „Von uns gibt es ein klares Nein zum Durchstich.“ An dieser Position habe sich in den vergangenen Jahren nichts geändert. Und es werde sich nichts ändern. „Es gibt keine Notwendigkeit für diese Straße“, so Lange. „Mit uns nicht umzusetzen.“

Ins selbe Horn stößt Joachim Dreher, der die Ratsfraktion der Grünen anführt. „Es kann nicht sein, dass der Fahlt angefasst wird.“ Es sei durchaus denkbar, dass die Bebauung des Rehmenfelds als Türöffner dienen solle. Der Stadtwald sei jedoch ein wichtiger Faktor, wenn es um Naherholung gehe. „Zudem würde die Straße zusätzlichen Verkehr anziehen.“

FDP ist klar dagegen

Auch mit den Liberalen ist die Verlängerung der Burmeisterallee bis zum Pinneberger Bahnhof nicht zu machen. „Wir waren und sind total dagegen“, bestätigt FDP-Fraktionschef Werner Mende. Es müsse darum gehen, Natur zu erhalten, wo dies möglich sei. „Wenn am Fahlt erstmal geknabbert wird, ist der nächste Biss schon zu befürchten.“ Grundsätzlich sei den Autofahrern zuzumuten, über die A 23 von Thesdorf in die City zu fahren.

Andreas Meyer, Fraktionschef der Pinneberger Christdemokraten, will die Verlängerung der Burmeisteralle nicht von vorn herein verteufeln. „Es gibt in unserer Stadt enorm belastete Hauptverkehrsstraßen, wir müssen alle Möglichkeiten offen diskutieren.“ Dem Begriff Durchstich kann Meyer ohnehin nichts abgewinnen. Das suggeriere, Bäume müssten fallen und der Wald werde angegriffen. „Dem wäre nicht so.“

Mitglieder der Bürgerinitiative Rehmenfeld-Retter haben bereits klar gemacht, dass sie genau hinschauen werden. Sie befürchten, dass der Fahlt über kurz oder lang angefasst wird. Davon geht Pinnebergs Wirtschaftsförderer Stefan Krappa, der im Übrigen für möglichst viel Gewerbe im Rehmenfeld plädiert, nicht aus: „Der Durchstich ist ein Reizthema, es gibt andere Prioritäten.“ Ob die neue Straße eine Belebung der City mit sich bringen würde? „Reine Spekulation“, so Krappa.

Die Rehmenfeld-Retter haben sich 2011 gegründet. Anlass: Pläne, auf dem Feld 250 Wohneinheiten zu errichten und ein Gewerbegebiet zu erschließen. Die Bürger kämpften mit Unterschriftenlisten und Info-Ständen gegen das Projekt. Der potenzielle  Investor, die Landesentwicklungsgesellschaft, kam nicht zum Zuge. Das Projekt wurde zurückgestellt, allerdings nur für kurze Zeit. Kürzlich gab die Politik grünes Licht für eine konkrete Planung. Die Stadtverwaltung hat bestätigt, dass die LEG nach wie vor an Wohnbebauung interessiert ist.
Karte
zur Startseite

von
erstellt am 16.Okt.2014 | 16:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen