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Pinneberger Tageblatt

22. November 2017 | 06:29 Uhr

„Klare Kante ist selbstverständlich“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Serie Liberalen-Chefin Jutta Kaufmann will mit ihrer Partei präsent bleiben / Unterstützung für nächste Generation

shz.de von
erstellt am 28.Okt.2017 | 16:54 Uhr

„Wir sind hoch motiviert, und es gibt noch viel für uns zu tun“, sagt Appens FDP-Chefin Jutta Kaufmann. Schulsanierung, Kindergartenneubau – gleich mehrere Großprojekte stehen in der Gemeinde an, die Kaufmann am Herzen liegen. Und deren Realisierung sie auch nach den Kommunalwahlen 2018 in der Gemeindevertretung begleiten will. Das ist nicht selbstverständlich. Schon seit längerer Zeit kursieren in Appen Gerüchte, dass die Liberalen 2018 mangels Kandidaten nicht antreten und auch die Vorsitzende nicht mehr weitermacht.

An diesen Gerüchten ist laut Kaufmann jedoch nichts dran. „Appen braucht die FDP“, sagt sie. Und die Liberalen ein Gesicht, das über politische Erfahrung verfügt und den Wählern bekannt ist. Dieses Gesicht wird auch in der kommenden Legislaturperiode Jutta Kaufmann sein, die der Gemeindevertretung seit inzwischen 30 Jahren angehört. Sie sei immer Anhängerin der sozialliberalen Koalition und besonders von FDP-Frauen wie Hildegard Hamm-Brücher beeindruckt gewesen, erklärt Kaufmann ihre Verbindung zu den Liberalen. Als sie sich über die mangelhafte Schulwegsicherung ärgerte, mischte sich die Mutter eines Sohnes erstmals in die Kommunalpolitik ein. Dabei scheut die 69-Jährige keine deutlichen Worte. „Klare Kante ist für mich selbstverständlich.“ Dass sie dabei manchmal aneckt, nimmt die FDP-Politikerin in Kauf.

Mit der Schulwegsicherung fing es an. Die Schule hat die zweifache Großmutter danach nicht nur in der Politik begleitet. Zwei Jahrzehnte war Kaufmann Leiterin der in der Schule beheimateten Gemeindebücherei. Dass die Bücherei immer noch für alle Appener da ist, sei ebenso wie der Bau der Pausenhalle zu großen Teilen der Appener FDP zu verdanken, betont die FDP-Chefin. „Wir sind extrem fleißig, haben Durchhaltevermögen und stehen zu unseren Überzeugungen“, sagt Kaufmann. Das sehen offenbar auch viele Bürger so. Schließlich gehört Appen zu den Hochburgen der Liberalen in Schleswig-Holstein.
Kaufmann, deren Schwester Heidrun Osterhoff ebenfalls der Gemeindevertretung angehört, wuchs in einer Flüchtlingsfamilie auf. „Meine Eltern zeigten mir, wie wichtig es ist, für sich selbst Verantwortung zu übernehmen und für andere da zu sein.“ Ihr politisches Engagement setzt sie auch deshalb fort, weil es ohne die FDP mit CDU und SPD in der Gemeinde nur noch zwei Parteien geben würde. „Die absolute Mehrheit einer Partei wäre aber nicht gut für Appen.“ Im Wahlkampf wird sie wie schon in den vergangenen Jahrzehnten in der ersten Reihe stehen und in der Gemeindevertretung danach weiter eine wichtige Rolle spielen. „Ich will die nachfolgende Generation begleiten und sie an die Verantwortung heranführen.“ Sie sei ebenfalls behutsam auf Führungsaufgaben vorbereitet worden und dafür der früheren FDP-Führung dankbar gewesen. Nun will sie der kommenden FDP-Generation ebenso die Anfänge in der Kommunalpolitik erleichtern. Schließlich kämen nicht nur auf die Liberalen, sondern auf die gesamte Gemeinde große Herausforderungen zu. Diese will die Vorsitzende weiterhin mit Unterstützung der Freidemokraten bewältigen. „Die FDP wird auch in Zukunft für Appen wichtig sein“, so Kaufmann.
>Nächste Woche im Freitagsgespräch: Rainer Adomat, leiter des Appener Schäferhofs

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