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Schloßstraße in Pinneberg : Klage vor dem Verwaltungsgericht gegen das Bauprojekt

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Eine Anwohnerin befürchtet überschwemmte Keller als Folge des Neubaus. Die Stadt plant in der Schloßstraße Flüchtlinge einzuquartieren.

Pinneberg | Die Stadt steht derzeit in Mietverhandlungen mit dem Bauträger Noah Haus aus Heede, der im Bereich der Schloßstraße in Pinneberg einen zweiteiligen Wohngebäudekomplex mit Tiefgarage und Kellerräumen errichten will. Dort sollen spätestens ab Januar 2017 bis zu 120 Asylbewerber untergebracht werden. Morgen soll im Finanzausschuss im nicht öffentlichen Teil darüber beraten werden. Beginn im Rathaus ist um 18.30    Uhr.

Doch was die Verwaltung der Politik bislang verschwiegen hat: Gegen das Bauprojekt läuft bereits eine Klage vor dem Verwaltungsgericht in Schleswig. Sie wurde am 15. Oktober eingereicht. Klägerin ist die Anwohnerin Birgit Suhl. Sie klagt gegen die Stadt. Über die Pläne der Stadt, das Gebäude als Flüchtlingsunterkunft zu nutzen, ist Suhl nicht informiert worden. „Ich habe es aus der Zeitung erfahren“, sagt sie. Die Klage richte sich auch nicht gegen Flüchtlinge, sondern gegen den Bau des etwa zwölf Meter hohen Riesenhauses.

Bereits im Mai gingen Suhl und ihre Nachbarn an die Öffentlichkeit. „Wir haben in der Schloßstraße einen sehr hohen Grundwasserspiegel. Wir befürchten, dass durch den Neubau das Grundwasser in die umliegenden Gebäude gedrückt wird und die Keller überschwemmt werden“, führt Suhl damals im Gespräch mit dieser Zeitung aus. Schäden wie Risse und Absackungen werden von den Anwohnern befürchtet. Eine Vertragsunterzeichnung zwischen Stadt und Bauträger über die Anmietung der Wohnungen gibt es noch nicht. Doch über die Miethöhe und den Mietzeitraum hat die Verwaltung klare Vorstellungen: Über zehn Jahre soll der Vertrag laufen. Angestrebt wird eine Verlängerungsoption zugunsten der Stadt. Der Mietzins wird derzeit mit 14 Euro pro Quadratmetern plus Nebenkosten angegeben. Bei etwa 1800 Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche ergibt sich voraussichtlich eine Monatsmiete von 25 200 Euro. Hinzu kommen fixe und verbrauchsabhängige Nebenkosten.

„Wir halten uns an Recht und Gesetz“, sagt Thomas Albrecht, Geschäftsführer von Noah Haus, auf Anfrage. So sei die Bauhöhe geprüft, die Landesbauordnung eingehalten worden. Auch werde dort keine Flüchtlingsunterkunft gebaut, sondern ein Mehrfamilienhaus mit 24    Einheiten. „Eventuell kommen dort Flüchtlinge rein. Die Stadt muss entscheiden, was sie will“, sagt er. Das Haus werde aber auf jeden Fall gebaut, betont er.

„Da es sich um eine vertrauliche Vorlage handelt, bitte ich um Verständnis, dass wir uns zu den Details nicht äußern können“, erklärt Marc Trampe, Sprecher der Stadt. „Sofern es zu einer Beschlussfassung kommt, werden wir die Anwohner entsprechend informieren und beteiligen“, so Trampe.

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erstellt am 02.Dez.2015 | 00:32 Uhr

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