Kita-Zoff: Eltern haben genug

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30. März 2013, 01:14 Uhr

Pinneberg | Meike Lamoller und Christina Scholz von der Kreiselternvertretung (KEV) sind sauer. Im Januar hatten die KEV-Vertreter zu einer Podiumsdiskussion im VfL-Heim geladen (wir berichteten). Grund waren die neuen Kita-Verträge mit reduzierten Kernbetreuungszeiten, längeren Ferienschließzeiten und eine geringere Beteiligung der Stadt an Baukosten. Vertreter von Verwaltung und Politik stellten sich zur Diskussion. Die Verantwortlichen versprachen daraufhin eine bessere Einbeziehung von Eltern und Trägern. Die Richtlinien sollten noch einmal überdacht werden.

In den sieben Wochen seit der Diskussion sei jedoch fast nichts passiert, so Scholz und Lamoller. "Niemand hat erwartet, dass die Wünsche der Eltern "mit dem Zauberstab" erfüllt werden", heißt es in einer Pressemitteilung der KEV. Zumindest ein Gesprächsangebot der Stadt habe man aber schon erwartet. Bei einem Treffen mit unserer Zeitung legen die KEV-Vertreter nach. Lamoller: "Es werden viele Versprechungen gemacht und alles, was dann kommt, ist eine platte E-Mail, in der von einer komplexen Situation gesprochen wird." Sie fügt hinzu: "Dieses Verhalten ist ignorant und familienfeindlich." Auch mit den Trägern habe die Stadt keine weiteren Gespräche geführt, dabei hatten diese im Februar noch öffentlich erklärt, die neuen Verträge nicht unterschreiben zu wollen.

Der Verdacht der KEV-Vertreter: Die Stadt wolle die Entscheidung bis zur Kommunalwahl am 26. Mai hinauszögern. Scholz: "Den Politikern muss aber klar sein, dass die Eltern dies durchschauen."

Der KEV äußert die Sorge, dass eine mögliche Einigung zu spät kommen könnte. Die Zeit läuft - im August beginnt das neue Kita-Jahr. "Wir wissen nicht, wie es dann weitergehen soll."

Sven Grüne von der Kita Waldstraße spricht von berechtigten Sorgen der KEV. "Wir haben bisher auch nur gehört, man würde im April auf uns zukommen." Er wünsche sich, dass bis dahin ein Umdenken bei Politik und Verwaltung stattfinde. Allerdings: Gäbe es keine Einigung, bräche das Kita-System Pinneberg nicht einfach zusammen, so Grüne. "Dann gelten die neuen Richtlinien." Also genau das, was Träger und Eltern eigentlich verhindern wollen. Bei der Flexibilität der Betreuungszeiten müssten dann in der Waldstraße Abstriche gemacht werden.

Schulamtsleiterin Traudchen Perrefort betont: "Wir sind dran." Im Moment seien Politik und Verwaltung dabei, die Richtlinien auf Grundlage der Veranstaltung weiter zu entwickeln. Entscheidungen seien für den Sozialausschuss Mitte Mai angesetzt. "Bis dahin werden wir diverse Gespräche führen", verspricht die Schulamtsleiterin. Auch sie sagt: "Wenn es bis zum neuen Kita-Jahr keine Einigung gibt, greifen erstmal die aktuellen Verträge - wir stehen nicht im August plötzlich ohne Träger da."

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