Kita wird zum Familienzentrum

Die Kinder aus der Sonnengruppe gratulieren Ilse Mettjes (Dritte von links), der neuen Koordinatorin des Familienzentrums.
Foto:
1 von 2
Die Kinder aus der Sonnengruppe gratulieren Ilse Mettjes (Dritte von links), der neuen Koordinatorin des Familienzentrums.

Kindergarten Lüttkamp in Tornesch neue Anlaufstelle für Elternberatung / 25 000 Euro Förderung gibt es vom Land

shz.de von
30. Januar 2015, 13:36 Uhr

Die Kindertagesstätte Lüttkamp in Tornesch ist seit dem 1. Januar ein öffentliches Familienzentrum. Als eine von acht Einrichtungen im Kreis hat die Awo-Kita den Zuschlag bekommen. Damit erhalten die Mitarbeiter für ihre zusätzlichen Aufgaben eine Fördersumme in Höhe von 25  000    Euro vom Land Schleswig-Holstein. Die Familienzentren sollen ein soziales Netzwerk vor Ort bieten und Anlaufstelle für alle Eltern aus der Stadt Tornesch und Umgebung sein.

Um all diese Aufgaben will sich Koordinatorin Ilse Mettjes kümmern. Die gelernte Erzieherin und Vorsitzende des Awo-Ortsvereins hat bereits einen guten Draht zu vielen Familien, da sie als ehrenamtliche Familienhelferin mehr als 300 Babies in Tornesch besucht hat, um über die Betreuungsangebote der Kommune zu informieren.

Wie genau die Halbtagsarbeit der 58-Jährigen aussieht, hängt davon ab, was sich die Eltern wünschen. Mit einem Fragebogen will Mettjes zunächst herausfinden, welche Angebote gebraucht werden. „Es hat keinen Sinn, Dinge auf den Weg zu bringen, die nicht gebraucht werden“, sagt Christine Scholz, Fachbereichsleiterin für Kindertagesbetreuung bei der Arbeiterwohlfahrt Schleswig-Holstein GmbH. Fest steht, dass das Familienzentrum die erste Anlaufstelle sein soll, wenn Eltern in Tornesch und Umgebung Probleme haben. „Das Ganze funktioniert wie ein Kompass“, erklärt Scholz. „Frau Mettjes kennt alle Hilfsangebote in der Stadt und weist in die richtige Richtung.“

Besonders wichtig ist den Frauen, dass das Angebot niedrigschwellig – also ohne Anträge und Regelwerke vonstatten geht. Wenn dies gewollt ist, könnte das Zentrum weiter ausgebaut werden. Angedacht sind Freizeitaktivitäten wie Kochkurse, Elterncafés, sportliche Aktivitäten, Yoga für Kinder, Stillberatung, Rückenschule und Elternabende zu Erziehungsfragen. Allerdings will das Zentrum dazu auch an andere Institutionen vor Ort – wie zum Beispiel die Volkshochschule – herantreten. „Wir wollen Kooperationspartner mit ins Boot holen und keine Konkurrenz zu den bestehenden Einrichtungen sein“, sagt Mettjes. Auch Flüchtlinge sollen im Fokus des Zentrums stehen. „Integration findet par Excellence im Kindergarten statt“, ergänzt Sabine Kählert, Leiterin des Amtes für soziale Dienste der Stadt. Seit dem 15. November wird am Aufbau des Familienzentrums gearbeitet. Eines der zu erfüllenden Kriterien war, dass sich die Kommune für das Familienzentrum ausspricht. Bürgermeister Roland Krügel hatte deshalb bereits im vergangenen Jahr ein Familienzentrum in Lübeck besucht und danach beschlossen „Das will ich auch“, sagt Kählert. Als sich die Kita für die Fördermittel bewerben wollte, musste zunächst ein Konzept her, das innerhalb kürzester Zeit – zehn Tage – erarbeitet wurde. Allerdings habe man sich schon vorher sehr mit dem Thema beschäftigt, so Scholz.

Bereits jetzt haben die Eltern der Kita Lüttkamp mit der Sozialpädagogin Friederieke Pahnke eine Ansprechpartnerin, wenn Probleme bestehen. Das Netzwerk soll nun Stück für Stück erweitert werden – ausgelegt ganz nach den Wünschen der Eltern. „Familien brauchen heute mehr Betreuung und Beratung als früher. Die Strukturen haben sich verändert“, so Scholz.

zur Startseite
Karte

Kommentare

Leserkommentare anzeigen