Kummerfeld : Kita-Umzug empört Eltern

In der ehemaligen Grundschule an der Bundesstraße werden bald Kindergarten-Kinder betreut.
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In der ehemaligen Grundschule an der Bundesstraße werden bald Kindergarten-Kinder betreut.

Kummerfelder St. Martin-Kindertagesstätte erhält Außenstelle in früherer Grundschule. Kritik an Gebäude.

shz.de von
05. September 2015, 16:00 Uhr

Kummerfeld | Zahlreiche Kummerfelder Eltern schlagen Alarm. Entrüstet zeigen sie sich über die Pläne der Gemeinde Kummerfeld, die ehemalige Grundschule zur Außenstelle der evangelischen St. Martin-Kindertagesstätte umzuwandeln. Bereits bis zum 1. Oktober soll dort eine Elementargruppe einziehen. Drei Kummerfelder Elternteile kritisieren im Gespräch mit dieser Zeitung unter anderem, das Gebäude sei im jetzigen Zustand baufällig, nicht sicher, der Spielplatz nicht elementargerecht, es fehlten Zäune, räumliche und pädagogische Konzepte. „Es muss so hergestellt werden, dass es ein normaler Kindergarten wird und keine Schnellschuss-Notlösung“, fordert ein 49-jähriger Vater aus Kummerfeld. An der zeitlichen Umsetzbarkeit äußern betroffene Eltern Zweifel.

Die Weichen für den Umzug hat der Bau-, Wege- und Umweltausschuss der Gemeinde am Donnerstagabend in der Feuerwache am Bornbarg gestellt. CDU und SPD sprachen sich dafür aus, Räume in der früheren Schule umzubauen, damit dort möglichst schon zum 1. Oktober eine Elementargruppe einziehen kann. Der Umzug ist erforderlich, damit in der St. Martin-Kita zehn neue Krippenplätze entstehen können. Derzeit gibt es in Kummerfeld 15 Plätze für Null- bis Dreijährige. „Im Kindergarten selbst ist kein Platz für einen Ausbau“, sagte Andreas Supthut (CDU). Deshalb musste eine Alternative her. Die war mit der ehemaligen Grundschule schnell gefunden. Schließlich wurde dort bis zur Eröffnung der gemeinsamen Grundschule mit Prisdorf, der Bilsbek-Schule, auch lange Zeit ein Kindergarten-Angebot vorgehalten. Die Kosten für Maurer-, Fliesen-, Tischler-, Sanitär- und Elektroarbeiten sowie Architektenhonorar liegen bei etwa 23  000 Euro.

„Wir haben einen geringen Aufwand und können schnell reagieren“, erklärte Uwe Hanspach (SPD), warum wieder auf die bereits vorhandenen Räume zurückgegriffen wird. Damit die Krippenkinder in der St. Martin-Kita möglichst schon ab dem 1. November betreut werden können, sind auch in der Einrichtung am Langenbargen Umbauten erforderlich. Geschätzte Kosten: 6800 Euro.

Bürgermeisterin Erika Koll (SPD) war bei einem Elternabend im St. Martin-Kindergarten dabei und berichtete vom Unmut einiger Mütter und Väter. Diese hätten unter anderem kritisiert, dass zehn neue Krippenplätze nicht ausreichen. Außerdem befürchten die Eltern, dass die Kinder abgeschoben werden und isoliert sind, wenn sie in der ehemaligen Grundschule betreut werden. Supthut geht allerdings davon aus, dass es dort nicht bei einer Elementargruppe bleibt, sondern bald eine weitere dazu kommt. Dann sei der neue Standort auch keine Enklave mehr. Er hält die Lösung für einen „sehr guten Kompromiss“. Ein Kita-Neubau ist aus Sicht von CDU und SPD derzeit unrealistisch.

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