Jahresrückblick 2017 : Kita-Schließung: Die Nerven liegen blank

<p>Die Kindertagesstätte ist sanierungsbedürftig.</p>

Die Kindertagesstätte ist sanierungsbedürftig.

Wie geht es weiter mit der Pinneberger Kindertagesstätte am Ostermannweg? Politik und Kirche sind sich uneins.

shz.de von
27. Dezember 2017, 12:00 Uhr

Pinneberg | Es kommt Bewegung in die Bemühungen der Stadt, eine Übergangslösung für die Kinder der geschlossenen evangelischen Kita am Ostermannweg in Pinneberg zu finden. „Derzeit werden verschiedene Optionen geprüft. Da die Aufstellung von Containern mehrere Monate dauern würde, favorisieren wir die Anmietung von Räumen“, sagte Stadtsprecherin Maren Uschkurat auf Anfrage vom Pinneberger Tageblatt. Derzeit sind die Kinder in verschiedenen Einrichtungen an verschiedenen Orten untergebracht. Eltern fordern wieder eine schnelle Zusammenführung der Jungen und Mädchen. Außerdem möchten sie einen Neubau am alten Standort und unter Trägerschaft der Kirche. 

Rückblick: Der Kindergarten am Ostermannweg ist seit Oktober wegen Schimmelbefalls geschlossen. Ein Neubau muss her. Doch der kostet bis zu drei Millionen Euro – Geld, das die evangelische Kirche nach eigenen Angaben für den Neubau nicht investieren kann – oder möchte. Deswegen soll die Stadt die Kosten übernehmen. Die Kirche würde das Grundstück, auf dem die alte Kita steht, zur Verfügung stellen, so das Angebot.

Die Fronten sind jedenfalls verhärtet: Während der letzten Ratsversammlung im Dezember kam es zum Eklat, zumal herauskam, dass die Kirche am Ostermannweg ein Mehrfamilienhaus mit einer Kita nur im Erdgeschoss plane. Also kein Gebäude mehr ausschließlich für eine Kindertagesstätte. Das gehe aus einer Bauanfrage hervor, so Ratsherr Dieter Tietz (SPD), die bislang nicht bekannt war.

Tietz warf der evangelischen Kirche vor, nicht mit offenen Karten zu spielen. „Geld für ein Wohnhaus wäre da, für eine Kita allein nicht. Wie erkläre ich das den Eltern?“, so CDU-Ratsherr Bernd Hinrichs.

Bernd Pieper (Die Bürgernahen) erinnerte daran, dass der Kirchenkreis Südholstein/Hamburg-West ein neues Verwaltungszentrum für 24 Millionen Euro in Hamburg baut: „Wo bleibt da die christliche Nächstenliebe, wenn es um die Kita geht?“

Die Politik blieb hart. Sie sprach sich zwar für einen Neubau aus – womöglich auch am alten Standort in Pinneberg-Nord. Auf die Kirche als Bauherr der Kita wollen sich – bis auf die Grünen & Unabhängigen – die anderen Fraktionen aber nicht festlegen. Stattdessen dürfen sich auch andere Träger bewerben. „Wer letztendlich Träger wird, bleibt offen“, sagte Ratsherr Tietz. Die Bewerbungsfrist läuft bis Mitte Februar.

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