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Pinneberger Tageblatt

19. August 2017 | 04:24 Uhr

Kita-Pflanzen werden zum Politikum

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

ratssitzung Verwaltung soll Vorgaben einhalten

Das Pflanzen von Deutzien, Forsythien, Philadelphus und nicht gebietsheimischen Pflanzen auf dem Grundstück der Kita Holzhüpfer am Eidelstedter Weg erhitzte am Dienstagabend die Gemüter in Halstenbeks Gemeindevertretung. Mehrheitlich beschlossen die Politiker, dass die Verwaltung die grünordnerischen Auflagen, die mit dem Bebauungsplan beschlossen wurden, umsetzt. Kosten für die Gemeinde durch Neu- und Umpflanzungen: etwa 1800 Euro.

„Wir möchten, dass die Gemeinde ihre eigenen Vorgaben einhält. Wie sollen wir durchsetzen, dass Bürger sich an Bebauungspläne halten, wenn wir es selbst nicht tun?“, fragte Birgit Andersek (Bündnis 90/Die Grünen), deren Fraktion den Antrag auf Einhaltung der Vorgaben auf dem gemeindeeigenen Grundstück gefordert hatte. Dort war die Nutzung gebietsheimischer Pflanzen festgelegt worden. „Das geht nicht, dass man sowas entfernt und neu pflanzt. Das ist unzumutbar“, kritisierte Dörte Dietrich-Gerwinski (SPD). Andersek hielt dagegen: „Wenn ein Rohr falsch verlegt wird, würde es auch neu verlegt. Auch wenn es um Pflanzen geht, ist der Antrag nicht ideologisch aufgeladen.“

Warum der Plan nicht eingehalten wurde, erläuterte Bürgermeister Claudius von Rüden (SPD): „Wir hatten auch ein Beteiligungsverfahren mit den Kita-Kindern und Elter, dem wir uns verpflichtet fühlten. Den Kompromiss hat die Verwaltung selbst vorgenommen.“ Schließlich seien Pflanzen wie Phildadelphus bereits seit 150 Jahren in Deutschland heimisch.

„150 Jahre sind evolutionstechnisch gesehen kein Argument“, konterte Andersek und ergänzte: „Es wäre möglich gewesen, die Pflanzen auf Beeten ohne Vorgaben zu pflanzen. Es geht hier um eine Grundsatzentscheidung, wie wir mit der Festsetzung in B-Plänen umgehen.“

„Ich stimme dem Antrag absolut zu“, sagte der mittlerweile fraktionslose Otto Sajitz. „Vielleicht haben wir es versäumt, die Nutzer im Vorfeld einzubinden, aber die Vorgaben müssen eingehalten werden.“ Das sah auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Andreas Pauli entsprechend: „Wir machen uns ja lächerlich, wenn wir Dinge, die wir einfordern, auf eigenen Flächen nicht umsetzen.“

Dietrich-Gerwinski sagte vor der Abstimmung abschließend: „Ich kann mir andere Dinge vorstellen, wie ich Kindern mit 1800 Euro Gutes tun würde.“

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