„Kirche ist kein Gebäude“

Gemeinsam stark sein: Diakon Guido Nowak (rechts) führte durch den Gottesdienst und erläuterte das diesjährige Motto „Geist da! Auftrag klar?“.
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Gemeinsam stark sein: Diakon Guido Nowak (rechts) führte durch den Gottesdienst und erläuterte das diesjährige Motto „Geist da! Auftrag klar?“.

Ökumenischer Pfingstgottesdienst vor der Drostei lockt mehrere hundert Besucher / Gemeinschaft der Menschen im Fokus

shz.de von
22. Mai 2018, 16:15 Uhr

Wenn sich im Herzen Pinnebergs am frühen Pfingstmontag eine große Gruppe von Menschen versammelt, dann kann das nur Eines bedeuten: der traditionelle Pfingstgottesdienst findet wieder auf dem Platz vor der Drostei statt. Bei strahlendem Sonnenschein und einem lauen Wind kamen mehrere hundert Menschen zusammen, um dem ökumenischen Gottesdienst der fünf Gemeinden beizuwohnen. Involviert waren in diesem Jahr die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde, die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde, die Evangelisch-Lutherische Christus-Kirchengemeinde, die Evangelisch-Lutherische Heiliggeist-Kirchengemeinde und die Katholische Pfarrei St. Katharina.

Das Motto lautete in diesem Jahr „Geist da! Auftrag klar?“, das zugehörige Plakat zeigte Hände, die große Puzzleteile zusammenlegen. Diakon Guido Nowak erklärte den Gedanken dahinter: „Niemand kann alleine funktionieren. Wir alle haben von Gott gegebene Gaben und Talente, doch diese zu entdecken, klappt oft nur durch Hilfe anderer. Und vor allem funktionieren die Talente der Einzelnen in Gemeinschaft auch meist am Besten.“ Es gehe darum, zu erkennen, welchen Vorteil die Gemeinschaft mit sich bringe. „Kirche ist kein Gebäude, sie ist eine Gruppe von Menschen, die zusammen das Wort verbreiten.“

Pastorin Silke Breuninger erinnerte in ihrer Predigt daran, wie kompliziert es anfangs war, als die Gemeinden durch die Flüchtlingsströme wuchsen: „Es ist einem immer bewusst, dass Menschen Leid erfahren, aber wenn dann eine Familie vor einem steht, die Hunger leidet und noch viel mehr, dann wird bewusst: ‚Jetzt bin ich gefragt‘.“ Das Puzzle setzte sich langsam zusammen, als dann das Projekt „Meet and eat“ gestartet wurde, bei dem Einheimische und Neubürger gemeinsam nach dem Gottesdienst kochten und aßen. „Das Puzzle wächst weiter“, sagte Breuninger ebenfalls. „Wir sollten uns alle von der Kraft des Geistes überraschen lassen und sehen, welche Dinge er uns bringt.“

Gemeinschaft – ein kleines Wort mit viel Bedeutung, dass bei dem ökumenischen Gottesdienst groß geschrieben wurde. Gemeinschaftlich wurden die Predigten abgehalten, in Gemeinschaft wurde gesungen. Denn: „Wir sollten Gottes Wort nicht nur in Worten verbreiten, sondern in Taten“, sagte Nowak. Die einzelnen Teile des Pfingstgottesdienstes vor der Drostei wurden durch die gemeinsamen Aktionen zusammengefügt.


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