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Pinneberger Tageblatt

20. August 2017 | 23:39 Uhr

Pinneberg : Kino für kritisches Denken

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Jugendzentrum bietet Filme zu besonderen Themen an.

Pinneberg | Bis zu 950 Flüchtlinge sind zuletzt bei der illegalen Überfahrt im Mittelmeer gestorben, nachdem ihr Boot gekentert war. Die Öffentlichkeit reagiert schockiert. Das Thema wird nun überall in den Medien diskutiert. Auch beim „Kritischen Kino“, das vom Geschwister-Scholl-Haus (GSH) in Pinneberg und der Gruppe „Leben fairändern“ der Luther-Kirchengemeinde angeboten wird, spielt die Flüchtlingsproblematik eine große Rolle. Aber auch zu anderen Themen werden Veranstaltungen für Schulklassen und andere Gruppen angeboten. Über filmische Dokumentationen soll der Zugang zum Thema erleichtert werden.

Seit dem Jahr 2013 gibt es das Projekt, das nun in die nächste Runde startet. Es werden sowohl fest vorgegebene Themen angeboten, wie beispielsweise „Der gläserne Bürger“ oder „Massentierhaltung“, als auch Themenbereiche, aus denen Schwerpunkte gewählt werden können. Zu jedem Thema wird ein Experte eingeladen, der mit den Jugendlichen im Anschluss diskutiert. Etwa anderthalb Stunden dauert eine Einheit. Auch vermeintlich „heiße Eisen“ wie Rechtsextremismus, Antiislamismus oder radikaler Islamismus werden von den Organisatoren nicht ausgespart.

Hinter dem Projekt stehen Jens Schmidt, Leiter des GSH, und Marile Schultz von der Gruppe „Leben fairändern“. Beiden liegt die politische Bildung am Herzen. „Es geht darum, die Gesellschaft wahrzunehmen, zu reflektieren und sich eine eigene Meinung zu bilden“, erklärt Schmidt.

Die Angebote wurden in der Vergangenheit gern genutzt. So informierte sich beispielsweise eine Klasse über die Ausbeutung der Textilarbeiterinnen in Bangladesch. Auch über die Flüchtlingsströme wurde diskutiert. Und dabei blieb es nicht: Die fünfte Klasse der Grund- und Gemeinschaftsschule in Pinneberg kam im Anschluss mit jungen Flüchtlingen zu einem lockeren Treffen in der Cafeteria des GSH zusammen. Daraus entstanden Kontakte und Freundschaften. „Dieser Austausch ist genau das, was wir wollen“, sagt Schmidt. Für Flüchtlinge sei es schwer, Anschluss zu bekommen. „Dabei machen die persönlichen Kontakte doch die Lebensqualität aus.“ Im Sommer soll das Thema wieder auf der Agenda stehen.

Dass dem Leiter des Jugendzentrums besonders die schwierige Lage der Flüchtlinge nah geht, sieht man auch an dem Plakat, das in seinem Büro hängt. „Jeder Flüchtling im Mittelmeer ist einer zuviel“ steht dort geschrieben. Für ihn ist die Aufklärung und die offene Diskussion entscheidend. „Es geht nicht um Schuldzuweisungen, sondern darum, Zusammenhänge zu erkennen, ein neues Bewusstsein zu schaffen und so Veränderungen zu bewirken.“

Außer Schulklassen sind auch andere Gruppen, beispielsweise Konfirmanden, eingeladen, bei dem Projekt im GSH mitzumachen. Bisher wurde das „Kritische Kino“ meist am Dienstag- oder Donnerstagvormittag veranstaltet. Ausnahmen sind jedoch möglich. „Uns ist es wichtig, unser Ziel zu erreichen“, sagt Schmidt. „Da sind wir bei den Zeiten flexibel.“Anmeldungen sind möglich unter Telefon 04101-24917 oder per Mail an info@gshpi.de.

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erstellt am 28.Apr.2015 | 10:00 Uhr

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