Das Sonntagsgespräch : „Kinder ermutigen, sich mit der Natur zu beschäftigen“

Claudia Daffertshofer gründete den Verein „Web am See“, der ein Grundstück amKrupunder See betreut
Claudia Daffertshofer gründete den Verein „Web am See“, der ein Grundstück amKrupunder See betreut

Claudia Daffertshofer, Ehrenamtspreisträgerin in Halstenbek, im Interview über ihren Verein „Web am See“ und Naturschutz.

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11. März 2018, 14:00 Uhr

Halstenbek | Claudia Daffertshofer wurde vor Kurzem mit dem Halstenbeker Ehrenamtspreis ausgezeichnet. Der Preis ist der Lohn für ihr vielfältiges freiwilliges Engagement. Daffertshofers größtes Projekt ist der Verein „Web am See“, der unter anderem ein Grundstück am Krupunder See pflegt. Im Sonntagsgespräch erklärt die Ehrenamtspreisträgerin, wie es ihr gelingt, Naturschutz und die Arbeit am Computer miteinander zu kombinieren.

Frage: Warum engagieren Sie sich ehrenamtlich?
Claudia Daffertshofer: Die Arbeit ist für mich eine enorme Bereicherung. Die Gespräche mit Lehrern und die Arbeit mit den Kindern an der Grundschule Bickbargen und am Wolfgang-Borchert-Gymnasium, die Kontakte zu den Politikern - der ehrenamtliche Einsatz bringt viele spannende Aspekte in mein Leben.

Sie kümmern sich um die IT-Ausstattung an der Grundschule Bickbargen und helfen bei der Software-Einrichtung am Wolfgang-Borchert-Gymnasium. Wie beurteilen Sie die Arbeit mit den digitalen Medien an den Schulen?
Wenn die IT funktioniert, ist sie gut. An der Grundschule Bickbargen läuft das, weil ich mich ehrenamtlich darum kümmere. Am Wolfgang-Borchert-Gymnasium ist die Situation komplexer. Die Ausstattung mit Laptops ist klasse und es wird in Kürze eine moderne Software eingeführt, die die Abläufe innerhalb der Schule unterstützt. Allerdings ist nicht überall sichergestellt, dass man über WLAN ins Internet kommt. Deshalb sind dringend Investitionen in die Infrastruktur erforderlich. Grundsätzlich bräuchte nach meiner Auffassung jede Schule einen IT-Ansprechpartner, der kleinere Probleme sofort vor Ort lösen kann und auch regelmäßig Schulungen für Lehrer sicherstellt, dass die Technik funktioniert. Es gibt Lehrer, die diese Aufgabe übernehmen. Die dafür vorgesehenen Stundenkontingente reichen aber vorne und hinten nicht. Da muss die Politik noch aufstocken.

Sie üben am Wolfgang-Borchert-Gymnasium mit Flüchtlingskindern die Grundlagen der Mathematik mithilfe von Lernprogrammen. Wie kam es dazu?
Ohne die Hilfe vieler Ehrenamtlicher können die Lehrer diese Arbeit gar nicht bewältigen. Wobei ich mich nicht nur auf den computergestützten Unterricht beschränke. Bei einigen Flüchtlingskindern fehlen viele Grundlagen. Deshalb beschäftigen wir uns zum Beispiel auch mit Bruchrechnung ganz konventionell auf Papier und an der Tafel.

Wie kam es dazu, dass Sie den Verein „Web am See“ ins Leben riefen?
Ich wohne in der Nähe des Krupunder Sees, interessiere mich für Naturschutz und bin IT-Expertin. Die Idee entstand beim Joggen um den See. Mir fielen da etliche Fragen zu den vielen Pflanzen und dem Drumherum ein. Ich dachte mir, dass nicht nur ich mir diese Fragen stelle und man vor allem Kinder ermutigen muss, sich mit der Natur zu beschäftigen. So nahm ich mir vor, gemeinsam mit den Kindern eine Webseite zu erstellen. Die Arbeit hat sich aber schnell so entwickelt, dass der Naturschutz am See im Mittelpunkt steht. Der Verein hat dort zum Beispiel eine Patenschaft für ein etwa 4000 Quadratmeter großes Grundstück übernommen. Was wir dort alles machen, berichten wir auf der Webseite.

Was zeichnet den Verein aus?
Die Kombination aus Naturschutz und Computerarbeit ist einzigartig und kommt gut an. Der Verein ist inzwischen auch Teil des Naturschutzbunds Nabu und stellt dort die NAJU-Kindergruppe. Das bot sich an, weil ich in Halstenbek zum Nabu-Leitungsteam gehöre und wir schon lange mit dem Naturschutzbund zusammenarbeiteten.

Welche Schwerpunkte setzen Sie denn im Nabu-Leitungsteam?
Eine wichtige Frage ist, wie wir Wiesen und auch das Straßengrün insektenfreundlich gestalten. Meistens wird immer kurz gemäht. So können sich aber keine Pflanzen entwickeln. Deshalb lokalisieren wir derzeit die Flächen, an denen sich die insektenfreundliche Pflege lohnt. Dieses Thema betrifft alle Gemeinden. Allerdings kennen sich viele nicht damit aus. Da kann der Naturschutzbund helfen.

Sind Sie selbst häufig am Krupunder See?
So häufig wie möglich. Der Krupunder See ist nicht nur wunderschön. Er hat auch eine faszinierende Geschichte. Früher war dort ein Schwimmbad. Als dieses geschlossen wurde, konnte sich die Natur dort ungestört entfalten. Erst als die Gemeinde das Areal kaufte, war dieses wieder öffentlich zugänglich.

Sie wurden vor Kurzem mit dem Halstenbeker Ehrenamtspreis ausgezeichnet. Was bedeutet Ihnen diese Ehrung?
Sie ist ein nettes Dankeschön dafür, dass ich viel Freizeit opfere. Die Ehrung war ein aufregender Tag für mich, den ich sehr genossen habe.

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